Verstärker an der Rock Ola 477 max

geschrieben von - posted by Björni 
Verstärker an der Rock Ola 477 max
11.01.25 11:50
Hallo zusammen, möchte mich kurz vorstellen, mein Name ist. Jörn, 51Jahre und hab seit kurzem eine Rock Ola 477 max aus dem Jahr1980 erstanden.
Diese lief bei Kauf leider nicht. Was habe ich bis jetzt gemacht: Mechanik komplett zerlegt, gereinigt und neu gefettet bzw. geöl. Greifer und Korbmotor zerlegt und gereinigt, neue Kohlebürsten eingesetzt. Alle Sicherungen geprüft ( Durchgang ) ggf. erneuert. Schaltpläne, Unterlagen usw. vorhanden, technisches Verständnis, leichte Löterfahrung ebenso. Beim einschalten der Jukebox gibt es immer einen lauten Knacks aus den Lautsprechern, Mechanik läuft und schnurrt wie ein Kätzchen, Platten werden erkannt und aufgelegt ( finde das es hier etwas zu schnell und zackig geht) und die Platten werden abgespielt und zurückgelegt. Leider brummt es bevor die Platte aufgelegt wird und wenn der Verstärker aus der Mute-Funktion fährt wird dass brummen lauter. Wird durch die Lautstärke zwar übertönt, doch möchte ich auch dieses brummen weg bekommen. Beim abziehen der Tonarmleitung brummt es weiter, liegt wohl nicht am Signaleingang. Frage, hat hier jemand einen Tipp an was das liegen könnte, Netzteil, Abschirmung oder doch Verstärker und das Zweite: kann ich die beiden Motoren (Korb und Greifer) von der Geschwindigkeit etwas langsamer einstellen? ( ist das hier möglich oder gibt es evtl. eine technische Lösung). Freu mich auf eure Zuschrift.
Re: Verstärker an der Rock Ola 477 max
11.01.25 23:06
MAX Verstärker leiden vor allem unter zwei Dingen . Kalte Lötstellen und trockene Elkos .

Verstärker aufklappen und in der Front Klappe die linke Platine anpeilen . Hier befindet sich die Spannnungaufsbereitung für die Op Verstärker IC's . Im wesentlichen sind da vier 100uf/40V radial und zwei 22uF/75V radial zu ersetzen . Die beiden Zener Dioden mittig sitzend nachlöten ebenso die Anschlussleiste .

Rückwand rechts die beiden Treiber Platinen . Insgesammt vier Elkos je Platine sind zu ersetzen . Die Werte sind alle zu bekommen wenn auch ein wenig aus der Norm geschlagen . Ganz wichtig hier die lange Stecklerleiste nachlöten und den zwei poligen NF Input Stecker . Hier ein bisschen Vorsichtig sein sonst lötet man sich diesen schnell aus da er ja nur zwei Lötstellen hat und die Abkühlzeit bei demenetsprefechenden Lötkolben gern falsch eingeschätzt wird . Ebenso sind der rote un der grüne Trasnsistor nachzulöten . Der Rest bereitet idr. keine Probleme .

Platine Rückwand linke Seite . Alle drei Stecker sorgfälltig nachlöten . Vorsichtig hier bei dem 8 poligen Stecker mittig . Diese sind oft schlecht Verarbeitet bzw. eingelötet . Wo das genaue Problem liegt kann ich nichtmal genau sagen . Es ist aber so das es hier oft Lufteinschlüsse gibt . Rückt man der Lötstelle jetzt zu Leibe dehnt sich die Luft aus und Rotzt einem das Heisse Lötzinn entgegen .

Wichtig wäre noch die Box Netzteiltechnisch auf 240V umzujumpern . Schont einfach Netzteil , Verstärker und Motoren . Achtung bei falscher Jumperung ist das Netzteil und mit ein wenig Pech später die ganze Box Schrott . In dem zusammenhang sollte auch die Prozessor Versorgungspannung Violette Leitung 9,6V überprüft und ggf. eingestellt werden . Es ist aber unerlässlich das der Verstäker neu abgeglichen wird . Wie das geht steht Bebildert erklärt im Handbuch ganz hinten .

Jetzt gibt es noch einen Punkt der in keiner Anleitung auf diesem Planeten so erklärt steht . Es gibt Verstärker früher Baureihen wo man eine Diode anfangs weggelassen hat . Da brummt die Kiste auch hörbar . Daher Bitte im Deckel des Verstärkers ziemlich mittig wo auch die Anschlussbuchse des Lautstärkerreglers ist mal nachschauen . Hier befindet sich auf einen Lötstützpunkt eine einzelne Diode . Ist diese verbaut ist alles in Ordnung , fehlt die brummt der Verstärker von Haus aus .
Re: Verstärker an der Rock Ola 477 max
12.01.25 10:37
Servus Sven, vielen Dank für deine ausführliche Anleitung hierzu. Die Diode ist bereits verbaut, jedoch bei der Spannungsaufbereitung sieht es schon optisch etwas komisch aus, zumindestens C68 und C69. Da ich nächste Woche einen besseren Lötkolben (Lötstation ) bekomme, mach ich mich mal an die Aufgaben von dir ran. Habe gerade die beiden Driverbords angeschaut, hier sehen die Lötstellen alle etwas unterschiedlich aus. Zudem hab ich hinter dem linken Drivreord den Q13 gesehen, das der Stecker nur halb aufgesteckt war. Wegen dem Netzteil auf 240V, woran kann ich das optisch erkennen, das dieses bereits gemacht wurde? Die Box wurde wohl in den 90-ier Jahren von einem Radio und Fernsehgeschäft in Emmendingen bereits aufbereitet. Netzteil ist auf 220V gekennzeichnet( roter Punkt am Netzteil), falls dieses noch nicht auf 240V geschehen, welche Maßnahmen müssen ergriffen werden? Bin begeistert von diesem Forum, habe auch andere Beiträge aufmerksam verfolgt und konnte so einiges an Technik in der Box erklären. Danke nochhmals und freu mich auf eine anregende Beiträge. Schöne Grüße von der schwäbischen Alb, Björn
Re: Verstärker an der Rock Ola 477 max
12.01.25 13:29
Schraub die mittlere Klappe vom Netzteil auf da siehst du auf den Jumper Stecker für die Netzanpassung .
Re: Verstärker an der Rock Ola 477 max
13.01.25 21:19
Servus Sven,

danke dir für deine Informationen. Werd mich mal dran machen und hier über die Ergebnisse berichten. Wünsche eine schöne Woche und bis bald, Björn
Re: Verstärker an der Rock Ola 477 max
11.04.25 18:59
Servus miteinander,
wollte einmal ein Zwischen-Update hier rein stellen.
Habe soweit die oben angetragenen Aufgaben erledigt. Alle Elkos vom Verstärker getauscht, Lautstärke-Podi ebenfalls, Neon-Röhren auf LED getauscht, neue Nadel eingesetzt Zudem habe ich mir zwei kleine Frequenzweichen hergestellt. Box klingt jetzt mal richtig gut.
Im Netzteil habe ich auch die Elkos getauscht, vorsichtshalber.
Nun möchte ich mir die Münzeinheit vornehmen, momentansteht dieser auf Schweizer Franken, wie kann ich diese wieder auf D-Mark oder besser Euro umbauen? Neben dem Münzeinwurf ist schließlich noch das Inlay mit D-Mark Aufdruck. Ist es ein größerer Aufwand die Münzeinheit auf Euro umzubauen?
Re: Verstärker an der Rock Ola 477 max
11.04.25 21:24
Hallo Björn,

ob und wie ein Münzprüfer für Schweizer Franken (CHF) auf DM- oder Euro-Annahme umgerüstet werden kann, hängt vom vorhandenen Münzprüfer ab und auf welche Münzannahme umgerüstet werden soll.

Ihre Rock Ola 477 könnte schon einen 3-fach-CHF-Münzprüfer für 5,00- / 2,00- und 1,00-CHF-Annahme haben. Möglich wäre aber auch, dass die 477 noch einen 3-fach-Prüfer für 2,00- / 1,00- und 0,50-CHF-Annahme hat. Alle diese CHF-Münzen sind nicht magnetisch, daher haben die Münzprüfer entsprechende Magnete die auch eingegossen sein können, kommt halt auf die Ausführung an. Zudem ist die 5-CHF-Münze extrem groß (viel größer als unsere alte 5-DM-Münze!), und die 50-Rappen-Münze ist extrem klein, etwa so wie unsere 1-Eurocent-Münze. Bei diesen beiden Extrem-Münzen ist die Umrüstungsmöglichkeit eingeschränkt, aber nicht unmöglich. Kommt halt darauf an, was man will und was exakt vorhanden ist.

Wenn Sie mit mir über Privatnachricht Kontakt aufnehmen und mir Bilder vom vorhanden CHF-Münzprüfer senden (Vorder- und Rückseite), kann ich Ihnen alle Möglichkeiten bezüglich Umrüstung auf Euro- oder DM-Annahme aufzeigen und Ihnen entsprechende Umrüstungen auch anbieten..

Beste Grüße aus Niederbayern

Michael
Re: Verstärker an der Rock Ola 477 max
01.03.26 21:29
Servus in die Runde, mein Projekt 477 möchte ich nun weiterführen und da es klanglich mich nicht gerade vom hocker haut, bräuchte ich eure hilfe. Direkt hinter dem Podi ist dieses PEC 52315 welches so als Ersatzteil leider nicht mehr zufinden ist. Kann mir hier jemand weiterhelfen mit einem kleinen Schaltungsskizze? Würde diese gerne auf einer Längslochplatine nachbauen und integrieren, oder meint ihr das es keinen sinn macht und ich eher nach anderen Ursachen des doch etwas dumpfen Klang suchen. Da auch kaum eine Höhen und Bass Regelung an den Schiebeschaltern höhrbar ist. Ruhestrom ist eingestellt, neue Nadel drin, Elkos komplett getauscht
Re: Verstärker an der Rock Ola 477 max
02.03.26 10:37
Hallo, das Thema mit dem dumpfen Klang und fehlenden Höhen (der Regelbereich ist da wohl recht begrenzt , da wurde ja an einigen Stellen schonmal geschrieben es ist eher suboptimal) hatte ich unlängst auch bei einer Rock Ola 433. Dort hatte ich ein Audio Technica AT3600 verbaut. Nun hat sich das mit manchen Platten ziemlich gut angehört , viele andere Platten hatten den Eindruck vermittelt die Musik ist in einen dichten Schleier eingehüllt. Ich hatte auch mit verschiedenen Nadeln (Original und nicht original) experimentiert , auch mit dem Abtastwinkel , da die Originalsysteme (Shure) durch Gehäuseanpassung etwas tiefer in den Tonarm eintauchen. Aber so richtig zufrieden war ich nicht . Ich habe dann ein Shure M75 genommen , sowohl mit der Originalnadel (Dual DN321) als auch mit der Nachbaunadel für jukeboxen (blau) - hier muss ich sagen passt alles soweit ganz gut , generell sind die Shure Systeme bassbetonter, das merkt man hier ein bisschen natürlich, die Schwiegermutter über dem Kellerraum wo die Box steht sogar umso mehr. Ich weiß jetzt nicht was für ein System bei dir verbaut ist - Shure M44, M75 oder M77 oder ganz was anderes . Andererseits hab ich z.b. in der Rock Ola 471 ein Audio Technica AT3600 drin welches wirklich Klasse darin funktioniert, was bei der 433 so nie annähernd hinkam. Es ist also wirklich etwas ausprobieren erforderlich , ich denke sämtliche MM Systeme die mit 3-4 pond Auflagekraft arbeiten und vom Aufbau her passen , wären einen Versuch wert. Wichtig ist , dass das Gehäuse vom Tonabnehmer zum Tonarm isoliert ist , sonst brummt es . Ich wollte bei Gelegenheit mal ein altes DAC V15 testen , da muss ich nur Mal gucken wie ich das isoliert einbaue, das finde ich in alten Plattenwechslern ganz ordentlich wenn ich damit Singles abspiele.
Aber ich glaube so richtig wird man nie sagen können "das passt" universell , kommt auf den Geschmack , die Platten und den Verstärker an.

Viel Erfolg und viele Grüße Dennis



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 02.03.26 11:09.
Re: Verstärker an der Rock Ola 477 max
03.03.26 07:59
Hallo Björn,
sind die Hochtöner und Kondensator/Widerstand an den Hochtönern ok? Schaltung und Werte der PEC´s stehen im Plan, welches meinst du? Das PEC am LS Poti hat laut Plan die Nummer 44715 (AMP 52280A). Die Werte kann man bei diesem PEC mit einem LCR Meter nachmessen. Wenn du es ersetzen musst, kannst du auch frei am Poti verdrahten, das wurde vor den PEC´s immer so gemacht. Poti ist laut Schaltplan 48k, falscher Wert verändert auch den Klang. Ein zusätzlicher Kondensator (etwa 500pF) vom Eingang des Potis zum unteren (massenahen) Abgriff bringt noch mehr Höhen bei kleiner Lautstärke. Willst du bei dem eingebauten Poti bleiben? Ist ja etwas schwer erreichbar auf der Rückseite. Wenn du einen Fernregler anschliesst wird das interne Poti samt PEC abgesteckt.
Gruss Jürgen



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 03.03.26 08:03.
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