Rock - Ola 1422 Verstärker

geschrieben von - posted by Swen 
Rock - Ola 1422 Verstärker
15.08.20 13:12
Ein Befreundeter Sammler hat mir einen Überfahrenen Verstärker aus einer 1422 ( blauer Verstärker ) in den Nacken geworfen mit der Bitte daraus wieder einen Verstärker zu machen .

Soweit so gut ist ja nicht viel drin in so einem Verstärker aus ner Schellack Kiste . Nur ist der Lautstärke Regler zermatscht 1meg +50k zwar als Tandem ausgeführt aber mit zwei Drehachsen , einer inneren und einer äußeren . Im Schaltplan steht aber was von einer Achse . Jetzt die Frage waren die beiden Achsen verbunden oder war es wirklich so das sich die beiden getrennt Regeln ließen ? Könnte da ein 1422 Besitzer mal bei seiner Nachschauen und Berichten ob dort ein oder zwei Drehknöpfe hintereinander verbaut sind ?

Dann gibt es noch eine Merkwürdigkeit . An den Andoden der 6L6 wird jeweils ein Kondensator mit 4000pF 630V nach Masse geführt . Im Plan steht aber nur ein Kondensator mit 75 pF zwischen den beiden Anoden . So kenn ich das auch überwiegend . Meist hatten die Kondensatoren irgendwas zwischen 1000V und 1500V . Kennt jemand diese Änderung bzw. ist sie einem schonmal aufgefallen oder wurde hier mal wieder vermutlich schon vor Jahrzehnten gebastellt ? Erwähnen möchte ich noch das der Übertrager / Trafo der anstelle der Phasenumkehrröhre die 6L6 treibt mal ersetzt wurde . Ich vermute hier als Spender was von Wurlitzer muss ich aber erst noch Anhand der Nummern vergleichen . In dem Fall könnte der "Bastler" sich evt. an der Schaltung vom Spenderverstärker Orientiert haben .
Re: Rock - Ola 1422 Verstärker
15.08.20 19:29
Hallo Swen

ich habe zufällig einen Schaltplan + Parts - List vom 1422 Verstärker gefunden. Der Lautstärkeregler ist dort angegeben mit "PH-3686-2 Dual Volume Control 2 Meg. 50 MOhm". Im Schaltplan sieht es aber eher nach 50 K für die zweite Ebene aus, was mir auch logischer erscheint. Die Achse scheint durchgehend 1/4" zu sein, als nicht getrennt regelbar.

Der Kondensator zwischen den Anoden der 6L6 ist in meinem Plan und auch in der Parts Liste mit 7500pF ("PH-3511 .0075 Mfd 1600 V") angegeben. Ich würde einen solchen einbauen und das Ergebnis anhören bzw. mit dem Oszi ansehen.

Viele Grüße - charly49
Re: Rock - Ola 1422 Verstärker
15.08.20 22:12
Hallo Swen

Vielleicht hast Du das auch schon so gemacht und ich erzähle Dir hier keine Weisheiten ....

Solche Doppelpotis mit zwei unterschiedlichen Werten kann man sich im Grunde leicht selber zusammenbauen.
Ich kaufe dazu zwei Stereopotis mit dem einen und dem anderen Wert ( z.B. Conrad ).
Nix teures, sondern ein Poti, bei dem man die Gehäuse"ohren" aufbiegen und es in seine Einzelteile zerlegen kann.
Dann verwende ich das "vordere" Poti vom einen Wert und baue daran "hinten" den Wert des zweiten Potis drauf.
Ohren wieder zu biegen und schon hat man ein Doppelpoti mit den gewünschten Werten.

Servus aus Bayern
Axel
Re: Rock - Ola 1422 Verstärker
16.08.20 06:51
Hallo Swen,
ich vermute die Schaltung mit den beiden Potis soll eine "gehörrichtige" Lautstärkeinstellung annähern.
Sind die Potis gleich- oder gegenläufig angeschlossen ?
Lin oder Log Potis ?
Zu den 4nF an der Anode: Ist der Ausgangstrafo original? Im Wurlitzer 532 Verstärker findet man z.B. 1nF + 1kOhm in Serie von den Anoden zur Masse. Wenn der Trafo original ist, würde ich auch erst auf die 7500pF zurückbauen und schauen was passiert.
Gruss
Jürgen
Re: Rock - Ola 1422 Verstärker
16.08.20 14:51
Danke für Nachschauen und Mitdenken .

Also das mit den 7500pF könnte hinkommen . Ich hab leider nur einen mäßig gut Lesbaren Plan und keine Parts List . Ich hab das ganze mal ein wenig entknitternt und versucht wieder zusammen zu Fügen . Wie gesagt habe ich zwei Achsen . Also ganz so wie beim Rowe Ami Stereo Fernregler aus den 60er Jahren oder dem drei Eck ähnlichem NSM für die 70S Verstärker . Es sieht so aus als ob die innere Welle an der Spitze abgebrochen ist . Es ist dort an einer Seite nämlich ein 2mm Stück abgeflachte Stelle zu erkennen also genauso wie außen .
Im übrigen ist der Regler Gegenläufig angeschlossen sofern du damit meinst das Masse bei einem links und dem anderen rechts außen angeschlossen ist . Ob Lin oder Log kann ich nicht sagen muss ich erst Messen .

Der Übertrager ist der Originale . Aber der "Treiber" Übertrager eben nicht . Dieser hat die Nummer 239509 bzw. A 2915 und passt da allein schon von der Befestigung nicht rein . Ich hab schon bei Wurlitzer geschaut aber W500 bzw. W600 sowie W312 haben andere Nummern . Könnte jetzt noch von Seeburg sein aber da hab ich nur das Buch von den Trashcans und selbst das liegt schon seit Jahren verliehen bei nem Freund . Das wäre auch das einzige was mit noch einfällt . Es sei denn das Teil ist ganz woanders raus . Was nicht ausgeschlossen ist da die Kabel nicht Stoff ummantelt sind sondern aus Kunststoff . Spricht nicht wirklich für die 40er Jahre . Kreuz Karo kaputt Gefummlt mehr sag ich dazu nicht .

Axel wo bekommst du noch so schöne Potis her ? Alle meine Lieferanten haben wenn ich Glück habe noch Metallgehäuse Potis aber vernietet bzw. verpresst .
Re: Rock - Ola 1422 Verstärker
16.08.20 18:42
Hallo Swen

Ich meine z.B. soetwas ....

[www.conrad.de]

Aber auch bei anderen Versionen, die ich in Google gefunden habe, könnte man die "Ohren" zum Öffnen hochbiegen und die Potis dadurch zerlegen und umbauen.

[www.conrad.de]

Vielleicht hilft das ja beim Ersatz für das vorhandenen Potis.

Ich hatte mal eine R-O 1428 und habe auch schon mal eine 1426 oder 1422 "aus der Nähe" gesehen, aber ein Doppelpoti mit zwei getrennt regelbaren Achsen habe ich an diesen Geräten nie bewusst wahrgenommen.
Vielleicht ist das auch mal "rein gebastelt" worden und gar nicht mehr original.

Servus Axel
Re: Rock - Ola 1422 Verstärker
17.08.20 00:29
Ahhh , das blaue C die hab ich Tatsächlich nicht auf dem Schirm .
Re: Rock - Ola 1422 Verstärker
17.08.20 07:51
Hallo Swen,
ich habe auch nur eine schlechte Kopie des Schaltplans, man sieht aber den Kommentar "on single shaft", die gestrichelten Linie bedeutet normalerweise, dass die Regler gekoppelt sind. Zudem gibt es noch einen weiteren Bass- und einen Höhenregler, da würde es keinen Sinn machen wenn das 50k Poti auch noch getrennt bedienbar wäre. Von der Funktion liegt das Ding parallel zum Höhenregler im Anodenkreis mit einer 4-fach höheren Grenzfrequenz als der Höhenregler. Wenn er nun gegenläufig angeschlossen ist, (also Kurzschluss bei voller Lautstärke = maximale Wirkung der Höhenabsenkung), dann ist es sicher keine gehörrichtige Lautstärkereeinstellung wie ich vermutet hatte. Möglicherweise sollen damit Nadelgeräusche reduziert werden? Am besten noch mal nachmessen ob Lin/Log und mit dem Tip von Axel so ein Ding nachbauen. Dann kann man das 50k Poti mal abklemmen und sich die Wirkung bei verschiednen Lautstärken anhören
Gruss Jürgen


Re: Rock - Ola 1422 Verstärker
17.08.20 09:36
Hallo,
im Plan steht: "Volume Control & Tone Compensation on Single Shaft",
das bedeutet: "Lautstärke-Einstellung und Klang-Kompensator auf einer Welle", also zusammengekoppelt, wie Sven schon vermutete und Jürgen oben schrieb.
Die Schaltung des 250KOhm-Widerstandes parallel zum 2 MegOhm-Pot. ergibt eine nichtlineare Kennlinie der Anordnung in Verbindung mit variierender Belastung der Quelle/Tonsystem, dies verändert auch die Klangcharakteristik.

Eine Bestimmung der Kennlinie am verbauten (falschen) Pot. ergibt wenig Sinn, da man nicht weiß, ob die korrekte Kennlinie verwendet wurde.
Ich vermute jeweils lineare Kennlinien. Die Drehsinnzuordnung könnte man experimentell überprüfen, oder es hat jemand ein Bild einer originalen Anordnung, dann kann man die Verschaltung erkennen.

Viele Grüße, Michael



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 17.08.20 09:49.
Re: Rock - Ola 1422 Verstärker
17.08.20 13:48
Guter Punkt Michael,
dann könnte der gekoppelte Höhenregler zum Ausgleich der Rückwirkung des Lautstärkepotis/250k Widerstands auf den Frequenzgang des Tonabnehmers gedacht gewesen sein. Bei grösserer Last (hier bei hoher Lautstärke) werden die Bässe eines Kristalltonabnehmers schwächer wenn ich mich recht erinnere. Dann müsste der Höhenregler gegenläufig angeschlossen sein um auch die Höhen entsprechend zu reduzieren.
Gruss
Jürgen
Re: Rock - Ola 1422 Verstärker
17.08.20 20:50
Hi Jürgen,
eher nicht gegenläufig, maximale Höhenreduzierung bei geringstem Widerstand des gekoppelten Höhenreglers, wenn man dem Plan folgt (Schleifer Rechtsanschlag = max. Lautstärke und Höhenregler komplett kurzgeschlossen); zumindest sehe ich das so.

Viele Grüße, Michael
Re: Rock - Ola 1422 Verstärker
18.08.20 06:18
Hallo Swen,

du hattest geschrieben "Im übrigen ist der Regler Gegenläufig angeschlossen sofern du damit meinst das Masse bei einem links und dem anderen rechts außen angeschlossen ist".

Jetzt wäre noch wichtig ob der Schleifer mit der Masseseite oder mit der Kondendsatorseite verbunden war und ob das der Originalzustand ist.

Michael hat recht, wenn die Funktion eine Höhenabsenkung bei steigender Lautstärke war und man nach dem Schaltplan geht (Schleifer auf Masse) dann müsste die Massen von beiden Potis auf der gleichen Seite angeschlossen sein. So hatte ich es ja auch schon einmal geschrieben "...also Kurzschluss bei voller Lautstärke = maximale Wirkung der Höhenabsenkung..." aber irgendwann habe ich mich mit dann dem Begriff gegenläufig/gleichläufig selbst ausgetrickst.

Wenn die Massen auf unterschiedlichen Seiten angeschlossen waren und der Schleifer auf Masse liegt, dann wars wohl doch eher eine Höhenabsenkung bei kleiner Lautstärke (= Bassanhebung = gehörrichtige Lautstärkeinstellung)

Gruss
Jürgen
Re: Rock - Ola 1422 Verstärker
21.08.20 06:51
Hab mal ein wenig rumgemessen . Es handelt sich in beiden Fällen 2Meg und 50K um Lineare Regler . Fotos kommen noch .
Re: Rock - Ola 1422 Verstärker
21.08.20 09:35
Für eine gehörrichtige Lautstärkeregelung (engl. Loudness) muß die Bassanhebung (= Höhenabsenkung) bei kleinen Lautstärken stattfinden. Bei Maximallautstärke ist die Loudness - Schaltung wirkungslos.

Viele Grüße - charly49
Re: Rock - Ola 1422 Verstärker
24.08.20 11:04
Hier die Bilder .


Re: Rock - Ola 1422 Verstärker
24.08.20 13:11
Hallo Swen,
ich kann auf dem Bild nur erkennen dass der mittlere Anschluss des Höhenreglers auf Masse geht, die beiden anderen scheinen aber unbelegt zu sein. Wo war der Kondensator zur Anode der 6J5 angeschlossen, im Bild am oberen oder am unteren Anschkuss ?
Gruss
Jürgen
Re: Rock - Ola 1422 Verstärker
24.08.20 15:47
Oben Links der Kondensator , mitte und unten links Masse sowie oben rechts ebenfalls Masse mitte rechts geht an die 6J5 und unten rechts an den TA .
Re: Rock - Ola 1422 Verstärker
24.08.20 18:05
Ich fasse mal zusammen:

Das Lautstärkepoti hat 2Meg lin. , die Kennlinie wird über den 250k Widerstand annähernd in eine log. Kennline verbogen was ja für ein Lautstärkepoti sinnvoll ist.
Der Eingangswiderstand verändert sich dabei von ca. 2Meg auf ca. 220k bei voller Laustärke. Das hat Rückwirkungen auf den Klang - wie sich dabei der Frequenzgang verändert hängt auch noch vom Tonabnehmer ab. In erster Näherung aber ein Hochpassverhalten, also weniger Bass bei hoher Lautstärke.
Der Höhenregler macht, sofern Swens Anschluss der Originalzustand ist, maximale Höhenabsenkung bei kleiner Laustärke. Die Grenzfrequenz dürfte bei ca. 2kHz liegen. (Ri Röhre ca. 6k), mit einem 50k lin. Poti dürfte es eher im Bereich kleiner Lautstärke einen hörbaren Effekt liefern.
Deshalb tippe ich jetzt mal auf gehörrichtige Lautstärkeeinstellung, sicher bin ich aber nicht wegen der Rückwirkung des Lautstärkepotis auf den Tonabnehmer.

Am besten einbauen und die Wirkung durch anklemmen/abklemmen anhören.

Gruss
Jürgen
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