NSM Serenade Festival 130 - Frage zum Motor

geschrieben von - posted by Tim 
Tim
NSM Serenade Festival 130 - Frage zum Motor
06.08.20 18:12
Hallo Jukebox Fans,
ich bin durch Zufall günstig an eine Serenade Festival 130 (kein D) gekommen.
Die Box war technisch komplett zerlegt.
Nach dem Zusammenbau (ohne Pläne) musste ich feststellen, dass das untere Zahnrad auf der Welle für die Fahrbewegung des Laufwagens gebrochen und nicht gerade professionel und ohne Erfolg geklebt wurde.
Ich habe dann einfach ein Ersatz mit einem 3D Drucker drucken lassen.
Nach dem Einbau und der kompletten Reinigung der Technik läuft die Box auch wieder einigermaßen.

Den Aufsetzpunkt der Nadel konnte ich auch bereits auf die richtige Position einstellen.

Das größte Problem was ich nun noch habe ist dass der Motor scheinbar im Spielbetrieb zu schnell dreht.
Das ist mir zuerst direkt beim Hören und danach auch beim Zählen der Umdrehungen aufgefallen.
Zurzeit dreht sich die Single mit ca. 50 U/min.

Die beiden Antriebsgummis sind allesdings noch nicht getauscht wodurch die Platte leicht anfängt zu leiern.
Durchrutschen tun die Riemen allerdings noch nicht.

Habt Ihr eine Idee wie ich die Drehzahl korrigieren kann?

Die Spannungen die ich messen konnte sind laut Multimeter rund 82V bzw. 127V. - die Umschaltung der Spannungen funktioniert also.

Der Motor wird nach einigen Singles auch etwas wärmer.
Per Hand geschätzt würde ich mal so um die 50-60 Grad sagen.

Kann mir jemand sagen wozu der veränderbare Widerstand dient, der in Reihe zu dem Motor Kondensator geschaltet ist?

Ich dachte erst dass damit die Geschwindigkeit justiert werden könnte, aber wenn ich den "Abgriffkontakt" zu weit nach unten oder oben justiere läuft der Motor gar nicht erst an.
Im Mittelbereich ändert sich an der Motordrehzahl merklich nichts.

Dieser Widerstand wird übrigens auch ähnlich warm wie der Motor.
Soll das so?

Leider fehlen mir noch die technischen Unterlagen zu der Box.
Gibt es diese irgendwo als PDF zu erwerben?

Hat zufällig gerade jemand einen Schaltplan zum 20M Verstärker greifbar?

Viele Grüße und danke für eure Tipps
Tim



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 06.08.20 18:39.
Re: NSM Serenade Festival 130 - Frage zum Motor
07.08.20 11:54
Hallo Tim

Ein Servicemanual (inklusive Verstärker - Schaltplan) gibt es hier im Shop [www.jukebox-world.de] . Hier gibt es auch Ersatzteile, wie z. B. Antriebsriemen.

Es ist unwahrscheinlich, daß der Motor zu schnell läuft. Die maximale Drehzahl ist durch die Konstruktion des Motors und durch die Netzfrequenz vorgegeben. Der Motor kann nur langsamer laufen, aber niemals schneller. Wenn der Plattenteller zu schnell läuft, stimmt etwas an der Untersetzung nicht.

Viele Grüße - charly49
Tim
Re: NSM Serenade Festival 130 - Frage zum Motor
07.08.20 15:51
Hallo Charly,
Der Motor und die Antriebsteile sehen eigentlich alle original aus.
Kann es sein dass der Motor defekt ist und deshalb zu schnell dreht?



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 07.08.20 16:30.


Re: NSM Serenade Festival 130 - Frage zum Motor
07.08.20 19:29
Hallo Tim,

neulich habe ich erfahren, dass NSM angeblich sowohl das Zwischenrad, wie auch den Motor farblich markiert hat. Anscheinend gab es verschiedene Versionen, die gemischt zu falschen Geschwindigkeiten führen.

Grüße
Jens
Tim
Re: NSM Serenade Festival 130 - Frage zum Motor
09.08.20 23:02
Hallo Jens,
ich habe zwar noch keine Markierung entdecken können, aber ich werde morgen mal genau nach sehen.
Tim
Re: NSM Serenade Festival 130 - Frage zum Motor
11.08.20 17:04
So...ich habe heute mal die Motor Wicklungen gemessen.
Beide haben ca. 111 Ohm. Das scheint mir ohne Angaben zu den korrekten Werten aber ok zu sein, da beide Wicklungen gleich sind.
Weiterhin ist mir noch aufgefallen dass alle Schrauben am Laufwagen mit grünem Sicherungslack versehen sind.
D.h. ich habe einen "grünen Laufwagen"
Am Motor Stecker, hinten am Motor und an allen Schrauben ist alerdings ein roter Sicherungslack verwendet worden.
Wenn jetzt also der "rote" Motor gar nicht in den "grünen" Laufwagen gehört...?

Frau Stamann hat mir den Tipp gegeben, dass in den 100er Modellen die Spannung auf 95V und nicht auf 80V geschaltet wird.
Mache ich dann einen Denkfehler wenn ich davon ausgehe, dass ein Motor aus einer 100er mit 95V bei einer Spannung von 80V eigentlich etwas langsamer laufen müsste?

Andernfalls könnte es ja nur noch an einer falschen Untersetzung liegen ?!

Meine Motorwelle hat einen Durchmesser von 4,91mm und das Zwischenrad 33,7mm (lässt sich allerdings gerade schlecht messen).
Dort habe ich jetzt auch eine grüne Markierung entdeckt...was ja wieder für die "roter" Motor = falscher Motor Theorie sprechen würde.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 11.08.20 23:13.
Re: NSM Serenade Festival 130 - Frage zum Motor
12.08.20 19:35
Hallo Tim,

das Thema mit den frühen Serenade Modellen ist schon öfter aufgetreten und ich habe auch schon von defekten Motoren gehört. Die Werte deines Motors klingen aber plausibel.
Vielleicht solltest du erst mal den Motorkondensator durchmessen bzw. tauschen - er ist für die Motordrehzahl genauso verantwortlich wie der verstellbare Hochlastwiderstand.
Da könnte man erst mal probieren die Drehzahl zu korrigieren.
Mir kommt nur die Abeichung von 45 auf 50 Umdrehungen relativ hoch vor und ich weiss nicht ob vielleicht doch eine falsche Übersetzung im Spiel ist - habe ich aber so noch nicht gehabt.
Was sagen denn die NSM-Spezialisten dazu?
Grüße
Norbert
Tim
Re: NSM Serenade Festival 130 - Frage zum Motor
12.08.20 20:00
Hallo Norbert,
die Beschriftung auf dem Kondensator ist leider nicht mehr lesbar. Wurde beim reinigen mit abgewaschen...
Das Multimeter sagt aber 4uF.
Der Widerstand müsste 400 Ohm haben.
Leider geht mein Multimeter nur bis 200 Ohm.
Da ich die aber bis zur Hälfte des einstellbaren Bereichs messen kann, gehe ich davon aus dass der ganze Widerstand 400 Ohm hat.

*Update:
Wenn ich den Motor im Spielbetrieb mit ca. 55V anstatt 80V versorge, hat die Platte die richtige Drehzahl.
Ich weiß aber nicht, ob das für den Motor auf Dauer nicht schädlich sein würde.
Die Anpassung der Untersetzung stelle ich mir aber noch schwieriger von.
Das zwischenrad oder das "Plattenrad" oder wie auch immer es heißt kann ich ja nicht viel größer gestalten, da sich die beiden ja dann berühren würden.

Ich gehe also mal davon aus dass ich tatsächlich einen falschen Motor in meiner Jukebox habe.

Hat jemand Infos über die Drehzahlen der unterschiedlichen NSM Motoren in anderen Boxen?



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 14.08.20 23:26.
Tim
Re: NSM Serenade Festival 130 - Frage zum Motor
19.08.20 12:50
Kann mich jemand über die Aufgabe des einstellbaren Widerstandes aufklären
und
was würde passieren, wenn ich einen Kondensator mit größerer oder kleinerer Kapazität benutzen würde
und
kennt jemand die Drehzahl des Antriebsmotors im Spielbetrieb?



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 19.08.20 12:53.
Re: NSM Serenade Festival 130 - Frage zum Motor
20.08.20 09:44
Hallo Tim,
vielleicht machst du einfach mal ein Bild deines Motors - dann kann man sehen ob es der richtige Typ ist.
Die Werte des Kondensators und des Lastwiderstandes stimmen soweit - Vorsicht ist beim Schleifer geboten - der sollte guten Kontakt zu den Drähten haben.
Die einstellbare Widerstand liegt in Reihe mit dem Kondensator und stellt eine Phasenverschiebung zum dritten Anschluß des Motors her in beiden Drehrichtungen entsprechend gepolt.
Es sollte eigentlich eine Drehzahländerung merkbar sein bei Veränderung des Widerstandes.
Grüße
Norbert
Tim
Re: NSM Serenade Festival 130 - Frage zum Motor
21.08.20 16:03
Hier sind die Bilder
man kann auchn die rote Markiering am Motor erkennen



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 21.08.20 16:04.


Re: NSM Serenade Festival 130 - Frage zum Motor
21.08.20 20:20
Hallo Tim,

das ist der richtige Motor und die Markierungen sind wohl nur der Sicherungslack für die Gehäuseschrauben. Den roten Punkt in der Mitte kenne ich so nicht.
Ich würde jetzt wohl den Motor austauschen - habe das schon von anderen Reparaturen als letztes Mittel gehört.

Grüße
Norbert
Tim
Re: NSM Serenade Festival 130 - Frage zum Motor
21.08.20 21:59
Das habe ich schon befürchtet.
Der Motor hat aber auch am Stecker eine rote Markierung...scheint also kein Zufall zu sein...vielleicht doch ein falscher Motor?!
Dann muss ich mir wohl mal überlegen, wie ich den Papst Motor da rein bekomme.
Hat jemand ein paar Bilder von der Halterung für den Papst Motor?
Re: NSM Serenade Festival 130 - Frage zum Motor
24.08.20 09:15
Hallo Tim,

das Thema mit den Markierungen hat mir keine Ruhe gelassen. Ich habe nun die Zwischenräder bei einer Fanfare Silber und einer Consul 130 vermessen. Beide haben einen mit dem braunen Hammerschlaglack lackierten Motor. Bei der Consul sind vorn und hinten zwei unterschiedlich harte Gummipuffer verbaut (einer mit weißem Fleck). Bei den Fanfare ist der Motor fest angeschraubt und farblich nirgends markiert. Grüner Schraubensicherungslack zählt dabei nicht, denke ich. Er hat einen runden Flansch und ist nicht mit dem der Consul tauschbar.

Fanfare Silber:
Markierung des Zwischenrads: grün
kleiner Durchmesser: 9,98mm
großer Durchmesser: 34,07mm
Motorwelle: 4,96mm

Consul 130:
Markierung des Zwischenrads: blau
kleiner Durchmesser: 9,48mm
großer Durchmesser: 34,65mm
Motorwelle: 4,98mm
Tellerdrehzahl: 47,6 UpM
Motordrehzahl: 2816 UpM

Die Drehzahlen sind mit einem chinesischen Laser-Drehzahlmesser gemessen, den man für sehr kleines Geld quasi überall findet. Über dessen Genauigkeit kann ich noch keine Aussage machen.

Aus diesen Zahlen ziehe ich folgende Schlüsse:

1. Die Motoren sind keine Synchron- sondern Asychronmotoren!

2. Die Zwischenräder gibt es in verschiedenen Versionen. Ob die individuell selektiert wurden oder innerhalb einer Baureihe konstant waren, weiß ich nicht.

3. Meine Consul läuft zu schnell, die Fanfare wird später noch vermessen

Um das Verwirrspiel komplett zu machen, kann ich noch einen anderen Motor ergänzen, den ich in einer Kiste mit NSM-Schurrmurr gefunden habe (s. Anhang):

Der Motor hat einen Wellendurchmesser von 6mm, bereits die neuere Mitnehmerklaue, ist nicht grau lackiert, hat aber noch die alten Kontakte für den 3poligen Stecker der Serenade-Technik am Kabel.
Erstaunlicherweise stammt er von 1976! Leider ist das Typenschild weg, so dass ich nicht weiß, welchen Kondensator er benötigt. Er hat aber, im Gegensatz zu den braunen Motoren 3 statt 2 Wicklungen, denn der Widerstand ist zwischen je zwei beliebigen Anschlüssen gleich. Beim braunen Motor ist die gemeinsame Leitung braun.
Ein kurzer Probelauf an der Consul mit 4µF lässt ihn mit ca. 1760 UpM drehen. Er vibriert aber stark ... also ungesunder Betrieb!

Wo wurde dieser Motor eingebaut bzw. wofür läßt er sich gebrauchen?

Viele Grüße
Jens


Re: NSM Serenade Festival 130 - Frage zum Motor
24.08.20 11:07
Hallo Jens,

das mit den Motoren ist interessant - habe auch schon frühe Motoren gehabt, die mir den Gehäuseschrauben am Laufwagen befestigt waren - denke eine frühe Variante - die späteren sahen äußerlich genau so aus, waren aber vorn und hinten in Gummi gelagert, wie bei Tims Motor.
Der Motor aus deiner Kiste stammt von späteren NSM -Prestige/Hit/Consul/ Century Modellen
ab 1969 bis ca. 1978 .
Zur Einführung der E-Technik wurde dann wurde Alles anders....
Es gibt ihn auch in 2 Varianten - erkennbar aber immer das es Außenläufermotoren sind, was der Serenademotor nie war.

Grüße

Norbert
Re: NSM Serenade Festival 130 - Frage zum Motor
24.08.20 11:49
Hallo Norbert,

wenn der Grabbelkisten-Motor zu den späteren Modellen gehört, wie erklärst Du dann die Steckkontakte, die bei der neuen Technik nicht zu finden sind? Oder gibt es irgendein Modell aus der Zeit, bei dem der Motor noch gesteckt war? Warum ist der Motor nicht grau, wie die anderen?

Dass es die grauen Außenläufermotor in zwei Ausführungen gab, war mir auch schonmal aufgefallen. Sie unterscheiden sich zumindest in der Länge. Deshalb wurden die Distanzstücke bei den beiden Befestigungsschrauben eingebaut.

Weißt Du, wo man technische Daten zum Motor finden kann? Die Website von EBM-Papst gibt da leider nichts her.

Grüße
Jens
Tim
Re: NSM Serenade Festival 130 - Frage zum Motor
27.08.20 22:50
Ich habe nun auch noch mal mein Zwischenrad begutachtet.
Ich habe das mit der blauen Markierung verbaut und komme da auf ähnliche Maße (34,65mm bzw. 9,5mm).
Meine Motorwelle hat einen Durchmesser von 5,06mm.

Es scheint also so als währen nur die Zwischenräder unterschiedlich.

Ob mein Motor mit korrekter Drehzahl läuft kann ich aber leider mangels Drehzahlmesser nicht genau sagen.

Wenn ich jetzt davon ausgehe, dass der Plattenteller an der Riemenaufnahme einen Durchmesser von 98,68mm hat und mit ca. 50 U/min dreht, müsste sich das Zwischenrad mit 9,5mm doch mit etwa 519 U/min drehen.
Bei dem größeren Durchmesser des Zwischenrades (34,65mm), einer Umdrehung von 519 und einem Durchmesser der Motorwelle von 5,06mm, müsste sich der Motor doch mit ca. 3556,5 U/min drehen...
ODER?!

Habe ich um diese Uhrzeit noch richtig gerechnet?? 23:30 Uhr :)

Im Datenblatt der Serenade Festival 130 ist die Motordrehzahl jedoch mit 2850 U/min angegeben!


Wenn das so wäre müsste sich mein Zwischenrad doch mit etwa 416,19 U/min und der Plattenteller mit 40,06 U/min drehen ??!!

Beides als Variante mit dem blauen Zwischenrad.



Beim Grünen Zwischenrad wäre es wenn ich von einer Motorendrehzahl von 3556,5 U/min ausgehe beim Zwischenrad 528,21 U/min und beim Plattenteller 53,52 U/min.

Bei einer Motorendrehzahl von 2850 U/min käme ich beim Zwischenrad auf 423,27 U/min und beim Plattenteller auf 42,89 U/min.

Ich würde deshalb vermuten dass der Motor mit 2850 U/min und das grüne Zwischenrad die Kombination ist, die am ehesten zu passen scheint.

Die Frage ist nur ob sich die Drehzahl noch minimal anpassen lässt.
Wenn ich meinen Veränderbaren Widerstand verstelle, der in Reihe zu dem 4uF Kondensator geschaltet ist, ändert sich meine Motordrehzahl leider nicht.

Als letztes schnelles Experiment könnte ich nur noch andere Kondensatoren ausprobieren...

Hat sonst noch jemand eine Idee?


*Update:
Wenn ich den Motor ohne Widerstand betreibe und einen 7uF Kondensator benutze läuft der Motor mit nahezu korrekter Drehzahl.
Er vibriert aber stärker als mit 4uF und wird auch ziemlich warm.
Mangels Infrarotthermometer kann ich das aber auch gerade nicht genau messen.

Mit dem Widerstand und einem Kondensator läuft der Motor dann wieder viel schneller, vibriert weniger und wird auch etwas weniger warm.
Dafür verheizt der Widerstand ordentlich Leistung.

Ich muss den Widerstand mal ausbauen und mehrere Einstellungen und Kondensator Kombinationen ausprobieren...im Inneren ist das etwas mühselig.

Letztendlich kann das ja aber auch nicht Sinn der Sache sein und wenn das Datenblatt von 2850 U/min spricht, gehe ich immer noch davon aus dass mein Motor aus irgendwelchen Gründen mit den Korrekten Widerstands- Kondensatorkombination zu schnell läuft...

Vibrieren bzw. brummen eure Motoren im Betrieb spürbar oder laufen die ruhig vor sich hin?


Jetzt ist es aber nach 02:00 und ich muss ins Bett...also gute Nacht!



3 mal bearbeitet. Zuletzt am 28.08.20 00:19.
Re: NSM Serenade Festival 130 - Frage zum Motor
28.08.20 06:44
Hallo Tim,
deine Berechnung der Übersetzung ist korrekt, trotzdem stimmt hier etwas nicht.
Wenn der Plattenteller wirklich mit 50Upm läuft, müsste der Motor mit 3556 Upm laufen, soweit so gut.
Aber: im 50Hz Netz kann ein Motor dieser Bauart immer nur langsamer als 3000Upm laufen.
Entweder stimmen die 50Upm nicht, einer der Durchmesser ist falsch gemessen, oder du hast kein 50Hz Netz.
Jürgen
Re: NSM Serenade Festival 130 - Frage zum Motor
28.08.20 07:30
Moin , eigentlich ist mir das für solch Komplizierten Themen zu früh aber ich werfe hier nochmal altes aufgeschnapptes Wissen mit rein . Es gab für die "Serenade" Technik auch Motoren die wie die späteren Motoren der Prestige , Consul , Hit aussahen . Sprich die hatten sehr wohl einen Außenläufer . Soviel ich davon noch zusammen bekomme waren das Austauschmotoren weil es die alten nicht mehr gab . Dabei wurde auch der Haltewinkel getauscht . Ich meine auch das die letzte 130er Technik einen Außenläufer ab Werk hatte . Das war aber wieder ein anderer . Leider bekomme ich das nicht mehr wirklich zusammen da es mir damals mehr oder weniger egal war als mir ein Techniker davon erzählte . Driss NSM Gedöns mit Ihren Millionen von Tauschteilen . Wenn man dazu nicht die Service Informationen hat oder die Technischen Informationen steht man heute echt schlecht da und Rätselt was das ganze wieder soll .

Das ist so ähnlich wie mit den elektronischen Boxen von E , ES und ES II Technik . Irgendwie sehr ähnlich und doch anders . Laufwerke mit mechanischem Zähler an der Seite , ohne Zähler an der Seite , mit Aluschwungmasse , mit lackierter Glitzer Schwungmasse oder mir Chromfolie beklebt . Irgendwie passt aber alles untereinander . Man muss nur wieder auf die Farbpunkte auf den Lichtschranke achten weil gelbe nicht mit blauen oder grünen oder roten oder ohne passen . Beziehungsweise davon nur teilweise oder garnichts passt oder auch je nach Technik alles passt . Man kann das aber wieder anpassen wenn man da in der ES Zentrale zusätzliche Widerstände einbaut . Da muss man dann aber wieder schauen welche Zentrale das genau ist . Ist ja nicht schlecht aber wer hat heute noch dieses Wissen ? Die ganzen Firmen hätten gut daran getan alle 5 bis 10 Jahre mal ein Sammelwerk aller Technischen Informationen bzw. Service Informationen zusammen zu stellen und zu vermarkten . Würde heute einiges einfacher machen .
Tim
Re: NSM Serenade Festival 130 - Frage zum Motor
28.08.20 13:08
Hallo Jürgen, danke für deinen Beitrag.
Leider stimmen die Maße der einzelnen Räder und Wellen +/- ein paar Millimeter...
Ich gehe auch mal davon aus, dass hier 50Hz Netzfrequenz vorliegen...ich bin zwar hier nicht in der Großstadt, aber trotzdem gibt hier ein Umspannwerk dass Direkt per "großer Freileitung" gespeist wird.
So langsam gehen mir auch meine Ideen und Experimentiermöglichkeiten aus...

Das einzige was ich mal machen könnte ist die Drehzahl einer baugleichen Motors zu vergleichen.
Viel wird es wahrscheinlich nicht bringen, weil beide Motoren ja mit gleicher Drehzahl laufen müssten...aber manchmal übersieht man ja doch mal ein kleines ausschlaggebendes Detail.

Sonst muss ich vielleicht doch einen Papst Motor besorgen?

Übrigens...ich habe das Gefühl dass sobald ich den Widerstand in Reihe zu dem Kondensator schalte der Motor auf Änderung der Kapazität kaum reagiert...ohne Widerstand ist eine änderung bei einer Differenz von 2uF schon deutlich spürbar...da stimmt doch etwas nicht,oder?


*Update:

Also ab 6uF ist bei Veränderung des einstellbaren Widerstandes eine minimale Änderung der Drehzahl zu merken. (von Anfangf zu Endpunkt der Verstellung)
Bei 11uF scheint die Verstellung des Motors am besten zu funktionieren sodass ich auf meine 45 U/min komme.
Nach 2 Singles ist der Motor gerade mal lauwarm, allerdings verheizt der Widerstand ordentlich Leistung.
Der Abnehmerkontakt befindet sich bei einer Einteilung von 10 Positionen ungefähr bei 7 (wie gesagt...Multimeter geht bei mir nur bis 200 Ohm).

Was ich definitiv sicher heuapten kann ist dass der Widerstand im Stromkreis den Motor extrem beschläunigt im Vergleich zum Betrieb des Motors ohne Widerstand.

Nun ist die Frage was am besten zu tun ist.
Entweder den Motor ohne Widerstand zwischen 7uF und 8uF zu betreiben um auf eine korrekte Drehzahl zu kommen, oder die Variante mit dem Widerstand auf Position 7/10 in Reihe zu 11uF ?


Ich würde jetzt mal schauen ob sich die Box so betreiben lässt.
Evlt kann man ja mit der etwas stärkeren Vibration des Motors leben, solanghe nicht der Widerstand oder sogar der Motor durchbrennt.

Ich versuche mal die Termperatur per Sensor fürs Multimeter (was anderes habe ich leider gerade nicht) zu überwachen.

Wenn ich erstmal nur 3-5 Singles am Stück hören kann genügt mir das erstmal und ich würde das Papst Motor Thema erstmal ein paar Monate verschieben.



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 28.08.20 15:04.
Re: NSM Serenade Festival 130 - Frage zum Motor
29.08.20 09:37
Hallo Tim und Jürgen,

mir ist auch aufgefallen, dass die theoretische Drehzahl bei meiner Consul nicht zur Realität passt.
Beim Grübeln über die Ursache kommen mir ein paar Fragen:

1. Welcher Durchmesser ist bei bombierten Rollen derjenige, der in die Rechnung eingeht? Wir sind bisher einfach davon ausgegangen, dass die dickste Stelle die entscheidende ist. Der Riemen ist aber elastisch und liegt darum nicht nur auf einer infinitesimal schmalen Mittelllinie auf der Rolle auf!

2. Der elastische Riemen wird auf der Innenseite komprimiert und auf der Außenseite gedehnt, wenn er gebogen wird. Müsste man nicht deshalb die Lage der neutralen Biegeebene des Riemens anstelle der Rollendurchmesser für die Rechnung nutzen?

Eine überschlagsmäßige Rechnung zu 2. ergibt, dass die Geschwindigkeit des Plattentellers mit steigender Riemendicke zunehmen müsste. Die Zahlen meiner Consul würden mit einem Zuschlag von 0,8mm auf alle Durchmesser einigermaßen passen. Ohne Zuschlag dürfte sich der Plattenteller nur mit 38,8UpM drehen, was er aber definitiv nicht tut!

Gibt's hier einem Mechanikus, der uns aufklären kann?

Grüße
Jens

PS: Nächste Woche bekomme ich wahrscheinlich ein paar originale, jungfräuliche NSM-Riemen in hoffentlich noch gutem Zustand. Dann gibt's die nächste Ziehung der Drehzahlen ...
Re: NSM Serenade Festival 130 - Frage zum Motor
29.08.20 12:00
Hallo Jens, Tim,
ich vermute dass nur die grossen Durchmesser bauchig sind, damit die Riemen sich auf der Motorwelle und auf dem kleinen Durchmesser des Zwischenrads zentrieren. Als "Elektrikus" (der 2x durch die technische Mechanik Prüfung gefallen ist !) würde ich aber eher einen Einfluss der Riemenbreite sehen. Die Außenseiten laufen auf einem kleineren Durchmesser als die Mitte, es müssten sich zwei verschiedene Geschwindigkeiten ergeben. Da das aber nicht möglich ist, wird sich vermutlich eine mittlere Geschwindigkeit einstellen.
Wenn man bei den beiden grösseren Rädern mit etwas kleineren Durchmessern rechnet geht das zuindest in die richtige Richtung.
Den Kondensator würde ich nicht vergrössern auch nicht in Kombination mit dem Widerstand. Es fliesst in beiden Fällen deutlich mehr Strom in einer der Wicklungen als bei 4uF. Entweder wird der Motor oder der Widerstand überlastet, vor allem wenn der Motor eingekuppelt mit erhöhter Spannung betrieben wird.
Der Widerstand könnte zur Feinjustierung der Geschwindigkeit dienen, das wird man aber nur mit einem Messgerät oder einer Strobo Scheibe sehen.
Gruss
Jürgen
Re: NSM Serenade Festival 130 - Frage zum Motor
29.08.20 14:53
Hallo Jürgen,

bis auf die Motorwelle sind alle Räder bombiert. Selbst wenn ich nur die beiden größeren Durchmesser (Plattenteller+Zwischenrad) um 1mm verkleinere ist der Effekt ziemlich klein: 38,8 -> 40,4UpM.
Wenn ich das dünne Ende des Zwischenrades mit einbeziehe, wird es noch weniger.

Falls der Effekt der Riemendicke existiert, wird er sich insbes. durch die dünne Motorwelle deutlich stärker bemerkbar machen.

Viele Grüße
Jens
Re: NSM Serenade Festival 130 - Frage zum Motor
29.08.20 16:11
Zitat aus dem Audioforum:
"Bei riemengetriebenen Bauteilen muss zur Ermittlung der Umdrehungsgeschwindigkeit immer die neutrale Phase, sprich der mittlere Punkt des Querschnittes des Antriebselementes gewählt werden.
Technische Mechanik 1. Semester."
Gruss
Jürgen
Re: NSM Serenade Festival 130 - Frage zum Motor
09.09.20 19:03
Hat sich hier immer noch kein Mechanikus gefunden? Die Aussage aus dem Analogforum erscheint aber plausibel. Also halbe Riemendicke auf alle Durchmesser addieren und ein kleiner Abschlag bei den bombierten Rollen. Dann passen in etwa die 47.6 Upm von Jens. Tims Motor würde unter 3000 laufen und damit wäre auch meine Elektrikerwelt wieder in Ordnung.
Jens, hast du die neuen Riemen bekommen und nochmal nachgemessen?
Gruss Jürgen
Re: NSM Serenade Festival 130 - Frage zum Motor
14.09.20 19:21
Hallo zusammen,

ja, ich habe Riemen bekommen. Leider passt nur der große, der kleine scheint aus einer anderen Box zu sein (evtl. Harting M140). Der neue Riemen gefällt mir nicht so richtig: Er ist kaum dehnbar und sitzt daher extrem stramm. Er ist so eng, dass er schon auf dem Plattenteller ohne Luft sitzt. Wenn ich ihn über die kleine Rolle ziehe, zerrt er sehr am Gleitlager des Zwischenrads. Nach einer Weile in gespanntem Zustand scheint er sich allerdings zu dehnen und extras lockerer zu werden. Evtl. werde ich ihn doch eingebaut lassen.

Die Drehzahl habe ich mehrfach versucht, möglichst genau zu messen. Per Stopuhr für 20 Runden komme ich auf 47,6 bis 48Upm. Mit dem Lasermessgerät, das extrem empfindlich auf leichtes Gewackel reagiert, messe ich 48,2Upm. Im Rahmen der Messgenauigkeit hat sich also (fast) nichts verändert. Da der kleinen Riemen den stärkeren Einfluss hat, war das aber zu erwarten.

Übrigens ist der große Riemen neu, ungespannt 1,17mm dick. Da er bei der Montage anscheinend ca. 10% gedehnt wird, müsste er dann um ca. 5% dünner werden, also gespannt noch 1,11mm dick sein.

Ich bin nun auf der Suche nach einem dünnen, kleinen Riemen, mit dem ich die Drehzahl etwas drücken kann. Den Stamann-Riemen aus der Fanfare silber wollte ich für den Test nicht extra wieder ausbauen. Die Dicken entsprechen dem Original und der Ausbau-Aufwand ist bei DEM Laufwerk nicht so ganz klein.

Fortsetzung folgt ...

Grüße
Jens
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