Wurlitzer 23xxS Verstärker 534 Ausgangstransformato

geschrieben von - posted by Hefter 
Wurlitzer 23xxS Verstärker 534 Ausgangstransformato
08.07.19 09:24
Hallo Leute,
Nach Tausch der Röhren, Kondensatoren und der außerhalb der Toleranz befindlichen Widerstände kracht und grammelt ein Kanal, der andere Kanal klingt traumhaft.
Ich denke, ich habe den Übeltäter gefunden, nämlich den Ausgangstrafo (Teile-Nr.: 114259).
Die primär-seitige Wicklung hat eine Mittelanzapfung. Die beiden Teilwiderstandswerte sind ca. 200 Ohm (das sollte passen) und 1,8kOhm (das ist doch viel zu hoch!).
Da ich Trafo-Defekte nur in der Form kenne, dass sie entweder unendlichen Widerstand haben (Drahtbruch) oder zu geringen Widerstand (Wicklungsschluss) wäre meine ERSTE FRAGE, ob ich nicht vielleicht komplett falsch liege und die Widerstandswerte zwischen den beiden Enden der Primärseite und der Mittelanzapfung wirklich so unterschiedlich sein sollten.

Wenn der Trafo wie vermutet wirklich defekt ist habe ich natürlich ein Problem: Es scheint am Markt weder neu noch gebraucht vorrätig zu sein. Daher müsste der Trafo neu gewickelt werden, über das traue ich mich aber nicht drüber. Primär-seitig 1 Anzapfung, sekundär-seitig sogar 7 Anzapfungen, das übersteigt mein Können.
Die ZWEITE FRAGE daher: Wo kann man einen Trafo leistbar neu wickeln lassen (Drahtstärke bestimmen, Wicklungszahl feststellen und dann genauso wie das Original neu wickeln). Ich bin aus Österreich, finde hier aber niemanden, der mir den Trafo neu wickelt.

Weitere Hintergrundinformation:
Die Musikbox ist eine 2510S, in der aber seltsamer Weise kein Verstärker 542 sondern stattdessen ein 534 eingebaut ist. Die Ausgangstrafos sind aber bei beiden Verstärkern laut Schaltplan identisch. Hier nochmals ein Dank an die "Stamannns" für die Zusammenstellung des Serviceheftes genau für meine Musikbox passend!.
Ein weiterer kleiner Unterschied ist, dass am funktionierenden Kanal ein Übertrager mit einer anderen Bezeichnung (62430 oder 1386231) eingebaut ist, der aber bis auf die Primärseite sehr ähnliche Messwerte liefert. Primär-seitig messe ich bei diesem Trafo zwischen Mittelanzapfung und den beiden Enden jeweils ca. 200 Ohm

Ich bin für jede Antwort dankbar!

Grüße
Hefter
Re: Wurlitzer 23xxS Verstärker 534 Ausgangstransformato
10.07.19 09:11
zu Frage 1: Der Ausgangstrafo ist bei PP Schaltungen immer symmetrisch, jede Unsymmetrie führt zu Verzerrungen, deshlab sollten die beiden Teilwicklungen auch etwa den gleichen DC Widerstand aufweisen. Die 1800Ohm -falls korrekt gemessen wurde - sind ungewöhnlich, da könnte ich mir nur eine kalte Lötstelle (durch Überhitzung?) an der Verbindung Wicklung/Anschlussdraht vorstellen.

zu Frage2:Zunächst wäre zu klären warum der Trafo defekt ist, vermutlich liegt ein weiterer Fehler vor, die Trafos sind eigentlich sehr robust. Auch die Tatsache dass zwei verschiedene Trafos verbaut sind kann ein Hinweis sein, dass der Verstärker schon etwas "verbastelt" ist. Welcher Trafo ist überhaupt der richtige für diesen Verstärker, oder sind beide Teilenummern identisch? Bevor das geklärt ist, macht es eigentlich keinen Sinn eine Firma zu suchen die den defekten Trafo neu wickelt.

Gruss...Jürgen
Re: Wurlitzer 23xxS Verstärker 534 Ausgangstransformato
10.07.19 13:57
Servus Jürgen,
danke für Deine Antwort.
Die 1800Ohm sind korrekt, gerade noch einmal kontrolliert bei ausgebautem Übertrager. In Summe hat die Primärseite 2k, die sich aus den 200 Ohm und den 1,8k zusammensetzen (Werte sind reine Widerstandsmessung mit Fluke-Multimeter).
Lt. Schaltplan sollte der Übertrager ein 114259 sein, und genau das ist auf dem Gehäuse des Übertragers auch eingeprägt.

Ich habe ja den Verstärker komplett überholt (Röhren, Kondensatoren alle neu sowie alle Widerstände außerhalb der Toleranz) und dabei die Beschaltung der Platine zu den im Gehäuse montierten Teilen wie Endstufenröhren, Schalter, Potis Elektrolytkondensatoren usw. überprüft. Da ist alles in Ordnung.

Der andere, funktionierend Trafo hat übrigens die Bezeichnung 62430 und wurde z.B. im Verstärker 532 verbaut. Der war vor langer, langer Zeit ersetzt worden, allerdings waren 2 der Sekundärwicklungs-Anzapfungen vertauscht an den Umschalter angeschlossen. Das war aber kein Problem und leicht zu beheben und hat sich auf die Funktion an sich nicht wirklich ausgewirkt.

Dank Roland habe ich inzwischen passenden Ersatz ausfindig machen können. Hammond 1620A bzw. 1650FA. Ich überlege noch, welcher mir besser zusagt. Die Abmessungen sind identisch, es gibt nur einen Gewichtsunterschied und leicht andere Werte primär-seitig. Das mit dem Neuwickeln lasse ich lieber. Ich selber kann das nicht und ich habe einen untopischen Richtpreis für das Neuwickeln EINES Übertragers erhalten. Um diesen Preis bekomme ich VIER neue Hammond-Übertrager!

Ich werde beide Übertrager ersetzen, die Beschaltung der Sekundärseite über den "Fader"-Umschalter an den Verstärker und das Decal des Faders anpassen. Ich melde mich, wenn gewünscht, in einigen Tagen/Wochen mit dem hoffentlich positiven Ergebnis wieder.

Grüße
Hefter
Re: Wurlitzer 23xxS Verstärker 534 Ausgangstransformato
10.07.19 17:17
Hallo Hefter,
wenn du schon mit Roland in Kontakt bist brauchen wir uns ja keine Sorgen mehr um deinen Verstärker machen smiling smiley
Zwei neue Hammonds ist sicher die beste Lösung wenn keine Originaltrafos mehr aufzutreiben sind. Würde mich noch interessieren wie du den Fader umverdrahtest, es gibt ja nur 1x 4/8/16Ohm bei den neuen Trafos.
Bei der Inbetriebnahme wäre ich trotz Bauteiltausch wachsam, es gibt auch Bauteilfehler die man im ausgebauten Zustand nicht feststellt.
Gruss...Jürgen
Re: Wurlitzer 23xxS Verstärker 534 Ausgangstransformato
12.07.19 10:43
Hallo Jürgen und alle anderen,
Ich habe mir etwas bezüglich Neuverdrahtung Fader überlegt. Dafür benötige ich aber noch eine kleine Info: Ein Röhrenverstärker sollte ja meines Wissens nach nicht ohne Last betrieben werden. Bei meiner Idee kann es aber vorkommen, dass beim Umschalten kurzfristig keine Last auf dem AÜ von Kanal B hängt. Deshalb möchte ich dort zumindest abhängig von der Schalterstellung eine Grundlast (Leistungswiderstand) dranhängen.

Kann mir jemand weiterhelfen, wie hoch ein Grundlast-Widerstand zu dimensionieren ist, wenn er je nach Schalterstellung am Ausgang (4, 8 oder 16 Ohm) parallel zum Lautsprecher geschaltet wird? Ab ca. 500 Ohm sollte er ja von der her Lautstärke her gesehen kaum noch ins Gewicht fallen, oder?

Hier meine Idee für die neue Fader-Verdrahtung:
Ich erweitere das Ganze noch um einen Stereo 2-Kanal-Schalter (ab jetzt S-2 genannt). Ich hänge ein Bild an, dann wird es vielleicht klarer. So habe ich mir das vorgestellt:

Stellung Phono, S-2 auf Stereo:
Interne LS: ganz normal Stereo auf 16 Ohm; Externe LS: nicht versorgt (oder ebenfalls Stereo, da überlege ich noch)

Stellung Phono, S-2 auf 2-Kanal:
Interne LS: in Serie geschalten auf AÜ-Kanal A/16Ohm; Externe LS: A nicht versorgt, LS B auf AÜ-Kanal B/16Ohm

Stellung A, S-2 ist egal:
Interne LS: ganz normal Stereo auf 8 Ohm; Externe LS: auch ganz normal Stereo auf 8 Ohm

Stellung B, S-2 auf Stereo:
Interne LS: ganz normal Stereo auf 8 Ohm; Externe LS: nicht versorgt ((oder ebenfalls Stereo, da überlege ich noch)

Stellung B, S-2 auf 2-Kanal:
Interne LS: B nicht versorgt, A auf AÜ-Kanal A/8Ohm; Externe LS: A nicht versorgt, LS B auf AÜ-Kanal B/8Ohm

Stellung C, S-2 ist egal:
Interne LS: ganz normal Stereo auf 4 Ohm; Externe LS: nicht versorgt (oder ebenfalls Stereo, da überlege ich noch)

Stellung D, S-2 auf Stereo:
Interne LS: ganz normal Stereo auf 4 Ohm; Externe LS: nicht versorgt ((oder ebenfalls Stereo, da überlege ich noch)

Stellung D, S-2 auf 2-Kanal:
Interne LS: B nicht versorgt, A auf AÜ-Kanal A/4Ohm; Externe LS: A nicht versorgt, LS B auf AÜ-Kanal B/4Ohm

Anmerkung1: Das ist noch in Entwurfsphase und benötigt den zusätzlichen Umschalter Stereo 2-Kanal. Vielleicht habe ich noch eine Idee, wie ich das ohne den Umschalter realisieren kann, aber das scheint eher schwierig zu werden.

Anmerkung2: Wenn jemand eine Idee hat, woher ich intern 12V Gleichspannung bekommen kann, dann könnte anstelle des 4-6 poligen Umschalters ein einfacher Umschalter auf eine oder mehrere Relaisplatine(n) das Ganze ein wenig einfacher aufbaubar machen. Platz ist ja in dem "Gehäuse" ohne Ende smiling smiley

Grüße
Hefter



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 12.07.19 13:20.


Re: Wurlitzer 23xxS Verstärker 534 Ausgangstransformato
12.07.19 13:16
Hi,
so, die Umarbeitung ist fertig, hier das Ergebnis ohne jegliche Zusatzschalter:

Faderstellung P (2-Kanal 16 Ohm):
Interne LS: in Serie geschalten auf AÜ-Kanal A / 16 Ohm; Externe LS: A nicht versorgt, LS B auf AÜ-Kanal B / 16 Ohm (inkl. Grundlastwiderstand)

Faderstellung A (Stereo 8 Ohm):
Interne LS: ganz normal Stereo auf 8 Ohm; Externe LS: auch ganz normal Stereo auf 8 Ohm

Faderstellung B: (2-Kanal 8 Ohm)
Interne LS: B nicht versorgt, A auf AÜ-Kanal A / 8 Ohm; Externe LS: A nicht versorgt, LS B auf AÜ-Kanal B / 8 Ohm (inkl. Grundlastwiderstand)

Faderstellung C (Stereo 4 Ohm):
Interne LS: ganz normal Stereo auf 4 Ohm; Externe LS: auch ganz normal Stereo auf 4 Ohm

Faderstellung D (2-Kanal 4 Ohm):
Interne LS: parallel geschalten auf AÜ-Kanal A / 4 Ohm; Externe LS: A nicht versorgt, LS B auf AÜ-Kanal B / 4 Ohm (inkl. Grundlastwiderstand)


Meiner Meinung nach ist das eine recht gute Möglichkeit mit verschiedenen Variationen. Einziger Nachteil: Auf 16 Ohm gibt es keinen Stereo-Modus, aber ich denke das ist verschmerzbar. Die anderen Modi sind eigentlich viel sinnvoller.

Die Dimensionierung der Grundlast ist noch offen, da könnte ich Eure Hilfe gebrauchen! Diese soll den Übertrager von Kanal B beim Umschalten schützen, wenn keine externen Lautsprecher angeschlossen sind und daher bei den 2-Kanal-Stellungen keine Last am Ausgang anliegt.

Grüße
Hefter


Re: Wurlitzer 23xxS Verstärker 534 Ausgangstransformato
12.07.19 15:32
Was soll damit erreicht werden? Darum war ich so neugierig, die ursprüngliche Idee der Leistungsaufteilung zwischen internen und externen Lautsprechern (500Ohm) ist mit diesem Trafo ja nicht darstellbar. Die internen Lautsprecher haben ja auch immer die gleiche Impedanz, wozu eine 4Ohm Stellung ? Was ist 2-Kanal - 1/2 Stereo ?

Denkbar wäre eine Reihenschaltung intern (8Ohm) und extern (8Ohm) auf den 16Ohm Trafo Ausgang, dafür braucht es aber keinen Schalter.
Ich würde den Schalter ohne Funktion lassen und wenn doch noch Originaltrafos auftauchen kann man wieder zurückbauen. Die neuen Trafos kommen dann in Bastelkiste oder ebay smiling smiley

Gruss...Jürgen


Re: Wurlitzer 23xxS Verstärker 534 Ausgangstransformato
12.07.19 18:55
Servus Jürgen,
Die neuen Trafos haben ja keine Anschlüsse mehr für Constant Voltage (C.V.).
Ich kann mir aber vorstellen, dass man externe Monitorboxen (mit 4, 8 oder 16 Ohm Impedanz) anschließen könnte, und dafür dient die ganze Umschalterei, die ich gezeichnet habe.
Die Idee, die ich mir von den Verstärkern I84/I85 bzw. K99 der Wurlitzer OMT "geliehen" habe, hinter 2-Kanal ist, dass die internen Lautsprecher der Box den linken Kanal wiedergeben, die externen Lautsprecher den rechten Kanal:
In Stellung P sind die beiden internen Lautsprecher in Serie geschaltet (somit 16 Ohm), in Stellung B ist nur der linke interne Lautsprecher angeschlossen (somit 8 Ohm), und in Stellung D sind die beiden internen Lautsprecher parallel geschaltet (somit 4 Ohm).
Der rechte Kanal wird dann durch die externen Lautsprecher (8 Ohm Monitorboxen) wiedergegeben, die dann extern genauso verdrahtet werden wie die internen (also seriell, nur eine Monitorbox oder parallel).
Außerdem gibt es ja auch Monitorboxen mit 4 oder 16 Ohm, die dann je nach Ohmwert extern richtig verschalten auch angeschlossen werden könnten.

Die Stellung A (Stereo 8 Ohm) ist gedacht, wenn keine externen Boxen angeschlossen werden (also die Standardstellung). Außerdem können vielleicht auch 16 Ohm externe Monitorboxen einfach parallel zu den internen Boxen gehängt werden (die sind dann halt wesentlich leiser).

Die Stellung C (Stereo 4 Ohm) ist gedacht, wenn 8 Ohm Monitorboxen einfach parallel zu den internen angeschlossen werden.

Die Idee eines Faders ist ja wegen der fehlenden Anzapfung sowieso nicht möglich, aber auf diese Weise kann man einfach externe Monitorboxen dranhängen ohne interne Umverdrahtungen.

Deine Serienschaltung auf 16 Ohm entspräche meiner Parallelschaltung auf 4 Ohm. Bei Deiner Schaltung ist der Stromfluss durch beide Lautsprecher gleich (und die Spannung je nach Ohmwert unterschiedlich). Bei meiner Variante ist die Spannung an beiden Lautsprechern die selbe (und der Stromfluss abhängig vom Ohmwert der Lautsprecher unterschiedlich). Keine Ahnung, ob das für die Lautsprecher oder den AÜ einen Unterschied macht.

Ich wäre übrigens immer noch dankbar für einen Hinweis auf einen geeigneten Lastwiderstand, wenn bei einem Ausgangsübertrager an keiner der 3 Anzapfungen (4, 8 oder 16 Ohm) ein Lautsprecher hängt. Ein einziger Wert, der alle 3 Anzapfungen abdeckt wäre wünschenswert.

Grüße
Hefter
Re: Wurlitzer 23xxS Verstärker 534 Ausgangstransformato
13.07.19 07:15
Hallo Hefter,
ich denke deine Idee habe ich jetzt verstanden. Bei der Vorstellung den linken und rechten Kanal aus völlig unterschiedlichen Lautsprechern zu hören bekomme ich gleich Ohrenkrebs und würde diese Option für mich ausschließen. Außerdem soll doch eine Jukebox auch als Blickfang in der Mitte des Raums stehen und nicht in irgendeiner Ecke um dann mit einem Zusatzlautsprecher einen Stereo Effekt zu erreichen.
Noch wichtiger ist allerdings die Frage der Anpassung der Lautsprecherimpedanz an die Röhre. Das ist beim Röhrenverstärker extrem wichtig damit er maximale Leistung bei minimalem Klirr abgeben kann. Die Lautsprecherimpedanz wird über das Quadrat des Wicklungsverhältnisses an der Primärseite abgebildet und sollte möglichst genau der im Röhrendatenblatt angegeben idealen Lastimpedanz entsprechen. Eine weitere Diskussion würde hier den Rahmen sprengen, es gibt gute Bücher wo das sicher besser erklärt wird als ich das je könnte.
Ich denke mal dass die Umschalter in den Jukeboxen auf eine bestmögliche Anpassung für verschiedene Lautsprecheroptionen ausgelegt wurden. Das war auch in meiner "Minimallösung" so gedacht, entweder 1x8Ohm am 8Ohm Anschluss oder 8+8=16Ohm am 16Ohm Anschluss. Die Röhre sieht dann immer die gleiche Last, die Leistung teilt sich hälftig auf internen und externen Lausprecher auf. Somit könnte man zumindest zwei Zusatzlausprecher anschließen um in großen Räumen einen besseren Stereoeffekt zu haben, allerdings ohne Fader.
Auch mein Kommentar über einen Rückbau war durchaus ernst gemeint. Vielleicht stolperst du irgendwann über die Originaltrafos oder über schöne Zusatzlautsprecher [www.jukebox-world.de].
Die Jukebox ist ja nicht nur was fürs Ohr sondern auch was fürs Auge.
Gruss…Jürgen
PS: Zur Grundlast möchte ich keine Empfehlung geben. Eigentlich überflüssig wenn in jeder Schalterstellung ein Lautsprecher dran ist. Während des Betriebs wird ja nicht umgeschaltet.
Re: Wurlitzer 23xxS Verstärker 534 Ausgangstransformato
13.07.19 12:11
Hallo Hefter

Die ursprüngliche Funktion des Faders kannst Du mit dem Hammond - Trafo - wie Du schon richtig bemerkt hast - nicht erreichen. Dafür fehlen die richtig abgestuften Anzapfungen und auch die CV (bzw. 500 Ohm) - Wicklung.

Die Lautsprecher - Anpassung ist ein Kapitel für sich. Die Ausgänge für die internen Lautsprecher haben lt. Manual 5 Ohm. An einem Kanal ist ein 8 Ohm - Lautsprecher angeschlossen. Am zweiten Kanal ist ein 16 Ohm - Lautspecher und parallel dazu (über einen Kondensator) ein 3,5 Ohm - Hochtöner, was ebenfalls etwa 8 Ohm ergeben dürfte. Über die Fehlanpassung brauchst Du Dir keine Sorgen zu machen. Röhrenverstärker sind in der Beziehung wesentlich robuster als Transistorverstärker. Der durch Fehlanpassung entstehende höhere Klirrfaktor ist bei Röhrenverstärkern nicht unangenehm, weil vorwiegend ungeradzahlige Oberwellen entstehen, die den Klang harmonischer, weicher machen. Ein Transistorverstärker mit 2% Klirrfaktor hört sich fürchterlich an, während es für einen Röhrenverstärker (abgesehen von High End - Verstärkern) ziemlich normal ist und gut klingt.

Ich würde den 8 Ohm - Ausgang der Trafos direkt an die Cinchbuchsen für die internen Lautsprecher legen. Diese sind dann besser angepaßt als in der Originalbeschaltung. Falls Du externe Lautsprecherboxen verwenden willst, kannst Du z. B. 16 Ohm - Boxen an den 16 Ohm Ausgang anschließen (oder 4 Ohm - Boxen an den 4 Ohm - Ausgang). Als Anschlußterminal kannst Du die Schraubklemmen für die externen Lautsprecher verwenden. Zur Lautstärkeanpassung kannst Du einen L - Regler verwenden. Da L-Regler schwer zu bekommen sind, bzw. ziemlich teuer sind, kannst Du einen selbst bauen aus einem Stufenschalter und einigen Widerständen. Möglich wäre auch der Anschluß von 8 Ohm - Zusatzboxen parallel zu den internen Lautsprechern. Die dadurch entstehende Fehlanpassung sollte zu keiner Verschlechterung des Klangs führen. Falls doch, müßtest Du anstatt des 8 Ohm - Ausgangs den 4 Ohm Ausgang nehmen.

Viele Grüße - charly49
Re: Wurlitzer 23xxS Verstärker 534 Ausgangstransformato
14.07.19 09:56
Hallo Hefter,

Charlie hat natürlich Recht dass ein etwas höherer Klirr bei einer Jukebox nicht so dramatisch ist, auch der Leistungsverlust durch Fehlanpassung ist im Wohnzimmer- oder Partykellerbetrieb kein Thema.
Trotzdem muss man ja ein "neues Design" nicht mit einer Fehlanpassung planen.

Deshalb hier der Versuch eines "Best Of":
Kein Umklemmen, keine Fehlanpassung, diskret aufgebautes L-Glied als "Fader" wie von Charlie vorgeschlagen. Ich gehe davon aus, dass die eingebauten Lautsprecher bei gleicher Leistung deutlich mehr Schalldruck bringen als eine moderne Monitorbox, d.h. die internen Lautsprecher müssen abgeregelt werden damit das ganze ausgewogen klingt. Das ist übrigens auch bei meiner RO die Funktion des "Mashine Speaker" Reglers. (L-Glied 8Ohm /40Ohm). Ein Teil der Leistung wird im L-Glied verheizt.

Schalter:
A nur intern, (8Ohm am 8Ohm Anschluss)
B intern + extern je 50% Leistung (2x8Ohm parallel am 4Ohm Anschluss)
C-E intern + extern 2x8Ohm parallel am 4Ohm Anschluss, interer LS über diskrete L-Glieder

Gruss…Jürgen



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 14.07.19 14:02.


Re: Wurlitzer 23xxS Verstärker 534 Ausgangstransformato
14.07.19 14:13
Hi Charly49 und Jürgen,
wow, danke für die Unterstützung. Dieser L-Regler, bzw. der Ersatz dieses durch Serien- und Parallel-Widerstand klingen für mich nach einem vielversprechenden Ansatz. Die Wurlitzer-Grundidee des Umschalters S-5, das Impedanz-Verhältnis intern zu extern anzupassen, wird damit mehr oder weniger beibehalten.

2 Fragen tun sich bei mir auf.

1. 16 Ohm Anschluss:
Auf dem Anschluss-Terminal "C.V." sind ja nur 2 Schraubklemmen. Bezieht sich Jürgens Skizze da auf ein Terminal eines anderen Verstärkers oder ist da eine Idee dahinter, die ich noch nicht ganz durchschaue.

2. Serien- und Parallel-Widerstände als Ersatz für L-Regler:
Die Endstufenröhren 6973 "können" ja etwa 25W. Ich habe über einen Link von Roland an anderer Stelle) eine Seite gefunden, auf der man sich die Widerstandswerte bei vorgegebener Dämpfung (in dcool smiley der internen LS ausrechnen lassen kann:
[www.lautsprechershop.de]
Ich dachte, dass eine Minderung um ca. 1,3 und 5dB für die 3 Schalterstellungen recht gut passen könnte. (Oder liege ich da falsch?)
Bei 1,1 dB Dämpfung wären R1 1Ohm/3,1W und R2 65Ohm/2,4W. Das ist kein Problem
Bei 4,8 dB sind allerdings R1 3,3Ohm/10,7W und R2 10Ohm/6,4W. Die Leistung der Widerstände finde ich sehr hoch.
Das Aufbauen ist nicht das Problem. Die Widerstandswerte gibt es auch mit diesen Leistungen. Ich gestehe aber von Akustik nicht viel Ahnung zu haben (aber gerne dazuzulernen) und hinterfrage daher die Sinnhaftigkeit meiner Annahme mit 1, 3 und 5 dB. Vielleicht wären ja 0,5, 1 und 2dB oder 3 andere Werte wesentlich sinnvoller.

Damit keine falschen Gedanken aufkommen:
Ich selber habe 4 Musikboxen und einige Bekannte, die ebenfalls Musikboxen besitzen. Diese Geräte versuche ich in Schuss zu halten. Ich bin typischer Hobbybastler, der zwar vor 40 Jahren in der HTL Nachrichtentechnik hatte, aber seither kaum Elektronik entwickelt, sondern anfänglich mit Software-Entwicklung und die längste Zeit mit Mitarbeiterführung im Software-Umfeld zu tun hat(te). Ich würde meine Kenntnisse als erweiterte Grundkenntnisse einstufen. Von Euch, die Ihr für mich alle Profis seid, kann ich also nur lernen!

Grüße
Hefter
Re: Wurlitzer 23xxS Verstärker 534 Ausgangstransformato
14.07.19 16:05
Hallo Hefter,

ich habe das heute morgen auch mal durchgerechnet und dabei festgestellt dass ich ein wenig aus der Übung bin smiling smiley. Ich bin nach einigen Jahren HW-Entwicklung auch im Management einer Halbleiterfirma gelandet und verblöde dabei zunehmend. Deshalb gibts immer mal ein Hobby Projekt und hier im Forum etwas Gehirnjogging. Die echten Profis melden sich dann schon bevor die Bude abbrennt. Es kommt aber zumindest das gleiche raus wie bei deinem online Rechner. 50% der Verstärkerleistung gehen in den externen Lautsprecher, deshalb habe ich mit 10W für intern gerechnet, an 25W glaube ich nicht mit dieser Röhre.
Die letzte Spalte zeigt die prozentuale Leistung (bezogen auf 20W) die im internen Lautsprecher ankommt. Der externe Lautsprecher sieht 50%, der Rest wird in R1/R2 verheizt.
Ob die Werte eine sinnvolle Abstufung darstellen wird ein Praxistest zeigen, aber es wäre mal ein Anfang. Welcher Schalldruck (Lautstärke) dabei rauskommt hängt ja auch noch vom Wirkungsgrad der Lautsprecher ab. Zum Vergleich habe ich die Aufteilung beim 532 angehängt.

Die 16Ohm Leitung muss nicht angeschlossen werden wenn dein Verstärker nur 2 Klemmen hat. (Der 532 hat einen CV und einen 8Ohm Anschluss).

Die Gegenkopplung würde ich auf den 8 Ohm Anschluss legen.

Gruss..Jürgen


Re: Wurlitzer 23xxS Verstärker 534 Ausgangstransformato
15.07.19 18:15
Hi,
kurze Rückmeldung:
Hammonds sind da und passen (fast). Kleine Fräsung der Bohrlöcher war notwendig.
Tja, und dann kam mein Enkel und das wars dann mit dem Umbau und dem Beantworten hier im Forum.

Danke für die Tabelle, die Widerstandswerte sind (gefühlt) besser als meine. Ich habe es übrigens, ehrgeizig wie ich nun mal bin, nachgerechnet und mir auch eine kleine Tabelle erstellt, die sogar noch die sich ändernden Verhältnisse zwischen dem externen LS und der Summe der internen Widerstände (LS, parallel und seriell) mit berücksichtigt, was aber letztlich keine gravierend anderen Werte ergibt. Das ist ein guter Anfang, den ich jedenfalls ausprobieren werde.
Ich komme recht günstig an ein Stereo-L-Glied, sodass ich das auch damit austesten werde. Mal sehen, wofür ich mich entscheide.

Eins noch: Das mit dem Rückbau habe ich gelesen und werde ich auch berücksichtigen. Da der Fader-Schalter aber sowieso fast komplett abgelötet werden muss ist es relativ egal. Beim Rückbau muss ja wieder praktisch alles vom Schalter runter.

Dir Jürgen und auch Charly49 herzlichen Dank für die bisherige Unterstützung, die mich einer guten Lösung ein riesen Stück näher gebracht hat!

Wenn es interessiert kann ich gerne die endgültige Version des Umbaus hier kurz skizzieren.

Grüße
Hefter
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