Verstärker S73 Deutsche Wurlitzer

geschrieben von - posted by al5040 
Verstärker S73 Deutsche Wurlitzer
04.12.18 17:10
Hallo Miteinander,

ich habe hier eine 1973er Lyric von Deutsche Wurlitzer. Der Verstärker produziert beim Einschalten, also in dem Moment, wenn der Tonarm abgesenkt wird, einen ziemlich hässlichen Einschalt-Plonk.

Noch stärker als auf diesem Video:

[www.youtube.com]

Wenn man sich anschaut, was am Lautsprecher passiert, dann sieht das so aus, wie auf dem angehängten Screenshot. Das Verstärker-Relais habe ich getauscht. Ohne Erfolg.

Hat jemand Erfahrungen mit dieser Art gleichstromgekoppelter Verstärker? Gibt es in der Schaltung etwas, was dieses Verhalten unterdrückt? Üblicherweise werden ja die Ausgänge bei hochwertigen Verstärkern verzögert zugeschalten. Bei Wurlitzer hat man offenbar darauf verzichtet.

Viele Grüße
André
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Re: Verstärker S73 Deutsche Wurlitzer
04.12.18 20:42
Hallo André,

im Gegensatz zu anderen Herstellern schaltet Wurlitzer den Verstärker nicht nur stumm sondern ganz aus. Gleichzeitig wird der Ausgang gegen Masse kurzgeschlossen (Lampe als Strombegrenzung). Beim Einschalten wird leider der Kurzschluß gleichzeitig mit der Zuschaltung der Verstärkerversorgung geöffnet (Relais VR) => "Wump"
Das Geräusch kenne ich ziemlich genau so wie im Video. Ich habe zwar den Spannungsverlauf am Lautsprecher bisher nicht nachgemessen, kann mir aber nicht vorstellen, daß 12V normal sind.
Laut Manual ist R20 so einzustellen, daß ohne Eingangssignal exakt 0V am Ausgang anliegen. Wenn ich den Screenshot vom Scope richtig lese, stimmt das hier nicht ganz. Vielleicht hilft eine Nachjustage etwas, oder ist das schon geschehen?
Der Ruhestrom wird mit R26 eingestellt und über den Spannungsabfall an R32 oder R33 gemessen. Es sollen 10mV abfallen, was ca. 30mA entspricht.
Wie sieht es mit den Elkos aus? Sind die schon erneuert? Ich schätze, daß ein deutlicher Kapazitätsunterschied zwischen C21 und C22 für mehr "Wump" verantwortlich sein könnte. Die pos. und neg. Versorgungsspannungen sind in etwa gleich groß?

Viele Grüße
Jens
Re: Verstärker S73 Deutsche Wurlitzer
05.12.18 20:21
Hallo Jens,

vielen Dank für Deine Hinweise. Ich werde die Sachen überprüfen.

Der Verstärker war schon mal zur Überholung. Aber derjenige, der das damals gemacht hat, ist zur Zeit krank. Ich denke, dass er die relevanten Dinge getauscht hat und als der Verstärker zurück kam, war dieses Wump nicht so stark wie jetzt.

C21/C22 leuchtet mir ein. Wenn ein Kondensator deutlich weniger Kapazität hätte, dann wäre eine Spannung schneller da, als die andere, was den Ausgang kurzzeitig in eine Richtung verschieben könnte.

Wie gesagt, ich schaue es mir an.

Viele Grüße
André
Re: Verstärker S73 Deutsche Wurlitzer
03.02.19 19:37
Hallo miteinander,

ich habe es jetzt endlich geschafft, mir den Verstärker mal genauer anzuschauen. Das Problem waren nicht die großen Kondensatoren C21/C22 sondern C19. Der war ziemlich aufgebläht und es ließ sich keine Kapazität mehr messen. Mein Messgerät zeigt leaky an.

Der Elko befindet sich zusätzlich in der negativen Betriebsspannung und soll laut Schaltplan 500 uF haben.

Nach Wechsel ist dieses Einschalt-Wump nur noch ganz wenig zu hören. Es kommt also schon irgendwie darauf an, in welchem Verhältnis sich positive und negative Spannung beim Einschalten aufbauen.

Viele Grüße
André


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