Wurlitzer 1100 - kleinere Probleme

geschrieben von - posted by Frank-Sinatra 
Wurlitzer 1100 - kleinere Probleme
01.10.18 14:26
Hallo zusammen,

Die Überholung meiner 1100 ist nahezu abgeschlossen.
Ich habe die gesamte Maschine komplett zerlegt, gereinigt, alles neu geölt, was geölt gehört und neu eingestellt.

Sie spielt, selektiert korrekt und klingt auch toll, aber ein paar kleinere Probleme bleiben doch noch:

1. "Make Selection" Beleuchtung. Im Gegensatz zur Münz-Beleuchtung ist das "Make Selection" Light ja in Reihe geschaltet. Dadurch ist eine der Lampen aber dunkler als die andere. Gibt es für diese Anschlussvariante einen bestimmten Grund?

2. Nicht alle Wahlen über die Tastatur werden ausgelöst. Die Taste 1 lässt den Play Counter auf der Junction Box zwar um eins hoch zählen, löst jedoch keine Platte aus. Die "9", also gleiche Taste aber andere Walzenstellung, funktioniert einwandfrei. Aktuell bereite ich einen Stepper vor, aber ich vermute den Fehler in der Tastatur, da alle Selektor Coils mit Teststrom am grossen Jones Plug einwandfrei auslösen.

3. Die Mechanik läuft ohne angeschraubten Selektor ganz leicht und frei. Wenn ich jedoch den Selektor montiere, eine Wahl tätige und der Sucherarm erreicht einen Pin, merkt man, wie der Motor sich in diesem Moment quälen muss. Sogar so stark, daß kurzzeitig die Beleuchtung flackert. Schalte ich die Box aus und drehe die Motorwelle von Hand, ist dieser Widerstand deutlich zu merken. Ich würde sagen es geht ab dem Moment schwerer, in dem der Motor in die grosse gespannte Feder auf der Hauptwelle hinein arbeitet. Sobald das erledigt ist und das Viertelzahnrad oben ist, dreht der Mechanismus wieder ganz leicht, bis der Selektorarm dann den nächsten Pin erreicht.
Die Hauptfeder auf der Welle habe ich bei der Überholung 6 Umdrehungen aufgezogen.

4. Ich möchte einen externen Lautsprecher anschließen. Dieser hat (am Stecker gemessen) 4 Ohm. Die Anleitung geht aber nur von 8 Ohm Lautsprechern aus, oder zweimal 3,5 Ohm in Reihe. Muss ich hier noch einen Widerstand zwischenlöten? Falls ja, was für einen, da bin ich kompletter Laie.

Vielen Dank für Eure Hilfe im Vorraus.

Beste Grüße
Kai



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 01.10.18 15:58.
Re: Wurlitzer 1100 - kleinere Probleme
02.10.18 08:11
Hallo Kai

Zu Punkt 1 :
Hast Du zwei identische 6V Lämpchen in Reihe geschaltet ?
Verschiedene Wattzahlen, z.B. # 44 und # 47 werden nicht gleich hell leuchten ( ich glaube 2 x # 44 wären korrekt ).

Zu Punkt 2 :
An der Walzenmechanik sind unter den dreieckigen Titelwalzen ja zwei schwarze Plastikkappen mit
Kontakten im Inneren, die je nach Walzenstellung z.B. die erste Taste von 1 auf 9 am Selector umschalten.
Sind hier alle Kontalte sauber und die innen liegenden "Umschaltspinnen" nicht verbogen ?

Zu Punkt 3 :
Die Wahlfolge, die die Mechanik am stärksten fordert, was die Motorkraft angeht, ist, wenn die Mechanik z.B.
auf der Nr. 10 zuletzt stehen geblieben war oder die Nr. 10 zuletzt gespielt wurde und als nächste Platte die
Nr. 11 laufen soll. Dann kann der Selectorarm nur einen kurzen Weg zurücklegen, weil der neu gesetzte Pin Nr. 11
gleich neben dem zuvor gelöschten Pin Nr. 10 liegt. Die Bewegung des Selectorarmes wird also in die Torsionsfeder
"hineingedreht". Je stärker diese vorgespannt ist ( 6 Umdrehungen sollten eigentlich passen ), desto mehr Kraft
benötigt der Motor, um diese Feder noch eine Umdrehung weiter aufzuziehen.
Du könntest die Feder mal probehalber auf 5,5 Umdrehungen Vorspannung zurückdrehen ( Vorsicht auf die Finger
bei dieser Arbeit, denn das eingehängte Federende hat richtig Kraft durch die 6 Umdrehungen Vorspannung ..... mir hat das Federende, weil ich es nicht richtig festhalten und langsam um eine halbe Umdrehung entspannen konnte, meine Daumenkuppe komplett durchschlagen und ich hing mit meiner Daumenkuppe in der Mechanik und habe mit meiner noch freien Hand nach einer Kombizange geangelt, um die Feder aus meiner Daumenkuppe ziehen zu können ..... danach war mir wirklich richtig schlecht und flau im Magen ....
Also am besten Mechanik ausbauen und auf dem Kopf liegend die Feder entspannen und nicht glauben, das könnte man schnell mal mit der Mechanik im Gehäuse erledigen ! )

Mit einer Torsionsfedervorspannung von 5,5 Umdrehungen wird sich die Mechanik "leichter tun", die oben beschriebene Wahlabfolge abzuarbeiten, aber sie muss auch noch sicher z.B. nach der Nr. 10, die Nr. 9 spielen können. Mit zu "schlapper" Torsionsfeder" funktioniert das dann nämlich evtl. nicht mehr.

Dass das Licht der Box dunkler wird, wird vermutlich damit zusammenhängen, dass beim Aufziehen der Torsionsfeder in der oben beschriebenen Wahlabfolge die Drehzahl Deines Hauptmotors soweit in die Knie geht, dass der Fliehkraftschalter für die Hilfswicklung im Motor schalten möchte oder es bereits tut. Das wäre gar nicht gut und würde Deinen Motor bald ins Jenseits schicken. Hast Du, damit der Motor an 50 Hz wirklich gut funktioniert, die Fliehkraftschalterflügelchen mit mehr Gewicht versehen ( kleiner Lötknödel" auf die Messingflügelchen ) ?
Mit etwas mehr Gewicht auf den Flügelchen schaltet der Motor schon bei etwas niedrigeren Drehzahlen die Hilfswicklung ab bzw. versucht sie nicht so bald wieder zuzuschalten, wenn die Drehzahl auf Grund von mehr Kraftaufwand mal etwas "in die Knie gehen" sollte.

Waidmanns Heil bei der Fehlerjagd
Servus Axel



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 02.10.18 19:22.
Re: Wurlitzer 1100 - kleinere Probleme
02.10.18 23:02
Hallo Axel,

vielen Dank für deine Nachricht!

Ich kontrolliere morgen nochmal ob ich die beiden gleichen Leuchtmittel verwendet habe, vermutlich habe ich sie durcheinandergebracht. #44 ist aber völlig korrekt laut Handbuch.

Becor ich die Walzenmechanik nochmal auseinanderpflücke, schliesse ich nur zur Sicherheit erst noch Stepper und Fernwähler an. Sollte der dann die Coils auslösen, weiss ich definitiv das ich nochmal an die Walzen heranmuss.

Auch die Federspannung werde ich um eine halbe Umdrehung reduzieren. Die Mechanik nochmal herausnehmen....davor graust mir allerdings. Gut das ich die Arbeitsböcke noch nicht weggeräumt habe. Auf einen durchstossenen Daumen habe ich überhaupt keine Lust. Ich glaube mir wäre danach nicht nur schlecht gewesen...

Den Motor hatte ich damals mit dem Multimeter getestet und der Fliehkraftschalter hat so schnell abgeschaltet, das zur Auflötung eigentlich keine Veranlassung bestand. Wir hatten damals ja darüber gesprochen und er arbeitete tadellos und sehr sehr fix.

Dann werde ich mich morgen mal darüber her machen...

Beste Grüße

Kai
Re: Wurlitzer 1100 - kleinere Probleme
04.10.18 15:50
Hallo Kai

Dass der Fliehkraftschalter im "leerlaufenden" Motor schaltet und das auch "schnell", sagt noch nichts aus, bei welcher Drehzahl er dies genau tut.
Der unbelastete Motor sollte nach Adam Riese an 50 Hz 950 1/min laufen ( an 60 Hz läuft er laut Typenschild ja 1140 1/min ).
Auch wenn der Fliehkraftschalter bei leerlaufendem Motor schaltet, kann dies ja z.B. bei 920 1/min erfolgen und alles ist gut.
Wird der Motor aber belastet und geht von der Drehzahl her "in die Knie", dann könnte es ja sein, dass die Drehzahl sich diesen 920 1/min nähert oder diese sogar kurz unterschreitet ..... und dann ...... sad smiley ....

Die Hilfswicklung, die über den Fliehkraftschalter in der Anlaufphase nach wirklich ganz kurzer Zeit weggeschaltet wird ( in dieser Phase nimmt sich der Motor kurzzeitig über 10A !! ) hält längere Anlaufphasen wegen schwergängiger Mechanik oder sonstigen "Bremsungen" nicht lange aus und raucht ab.
Und dann muss der komplette Motor neu gewickelt werden, was kaum noch jemand machen will und wenn, dann viel Kohle für diese Sträflingsarbeit verlangt.

Den Steppertest würde ich zwecks Ausschlussverfahren auch erst einmal befürworten.

Viel Erfolg .... die erste Schellackbox macht immer die meisten Kopfschmerzen, denke ich.
Axel
Re: Wurlitzer 1100 - kleinere Probleme
13.11.18 11:35
Hallo zusammen,

die meisten Punkte sind abgearbeitet:

Zu 1: die korrekten Leuchtmittel haben geholfen. Hatte den falschen Typ im Hinterkopf, nicht mehr geschaut und einfach eingesetzt.

Zu 2: es war ein Kontaktproblem an den kleinen Kontakttellern unter den Walzen

Zu 3: ich habe die Federspannung um eine ganze Umdrehung zurückgenommen. Das war aus der Not geboren, da niemand zum herausheben der Mechanik greifbar war und ich überlegt habe, wie ich es noch bewerkstelligen könnte. Mittels einer Drahtschlinge konnte ich den hinteren langen Schenkel der Hauptfeder aushängen und nach exakt einer Umdrehung nachlassen wieder einhängen. Bisher funktioniert alles einwandfrei. Sollten die von Axel erwähnten Schwierigkeiten auftreten, werde ich die Mechanik doch noch einmal herausnehmen und eine halbe Umdrehung stärker wieder aufziehen.

Zu 4: Dieser Punkt ist leider noch komplett offen : Ich möchte einen externen Lautsprecher anschließen. Dieser hat (am Stecker gemessen) 4 Ohm. Die Anleitung geht aber nur von 8 Ohm Lautsprechern aus, oder zweimal 3,5 Ohm in Reihe. Muss ich hier noch einen Widerstand zwischenlöten? Falls ja, was für einen, da bin ich kompletter Laie.
Re: Wurlitzer 1100 - kleinere Probleme
13.11.18 19:19
Hallo Kai

Zu Deiner Frage Nr. 4 :

Wenn Du Dein 1100er Manual aufschlägst ( Seite 38 oben ), dann ist dort dargestellt, wie Lautsprecher am 506 Verstärker anzuschließen sind. Auf Deinem Verstärker sollte zwischen den 6 Schraubkontakten genau dieselbe Darstellung ( weißlich - gelblicher Wasserschieber ) zu finden sein.
Zwischen den Schraubkontakten A und B kannst Du direkt einen 3,5 Ohm ( und damit natürlich auch einen 4 Ohm ) Lautsprecher einzeln anschließen.

Servus aus Bayern Axel
Re: Wurlitzer 1100 - kleinere Probleme
20.11.18 06:08
Hallo Kai

Hat es mit dem Anschluss Deines Lautsprechers funktioniert ?

Grüße Axel



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 20.11.18 19:28.
Re: Wurlitzer 1100 - kleinere Probleme
21.11.18 10:56
Hallo Axel,

Ich habe deine Nachfrage zum Anlass genommen und den Anschluss endlich durchgeführt. Da im Manual nur von den 3,5 Ohm geschrieben wurde und nicht von 4 Ohm war ich einfach übervorsichtig und wollte es nicht einfach ausprobieren.
Da Jukebox und Lautsprecher sehr nah zusammen stehen komme ich nicht ansatzweise an den tollen Klang heran, den ich bei Dir gehört habe, aber es es ist trotzdem sehr schön zu hören.

Vielen Dank für die Hilfe!

Gruss Kai
Re: Wurlitzer 1100 - kleinere Probleme
06.06.19 15:43
Hallo an alle, die sich mit der 1100er auskennen,

was die Beiträge hier vermuten lassen smiling smiley
Ich habe mir vor fast 20 Jahren eine Wurlitzer 1100 restaurieren lassen. Seitdem funktioniert sie ohne Probleme, was auch gut ist, denn ich kenne mich überhaupt nicht mit Jukeboxen aus. Seit wenigen Wochen kann ich nun keine Platten mehr abspielen. Nach drücken einer Wähltaste hört man nicht einmal mehr das typische Summen. Es passiert einfach nichts. Woran kann das liegen?

Viele Grüße,
Uwe
Re: Wurlitzer 1100 - kleinere Probleme
06.06.19 18:18
Hallo Uwe

Zuerst einmal müsste abgeklärt werden, ob die 1100 ohne Geldeinwurf funktioniert hatte ( Kurzschlußstecker -> vorne an der Innentür, an der auch der Lautsprecher hängt ) oder ob immer, wie es mal original war, Geld eingeworfen werden musste um eine Platte spielen zu lassen.
Normalerweise wird die Spannung zur Tastatur durch das Kreditwerk freigegeben ( entweder Dauerkredit durch besagten Kurzschlußstecker oder eben nach Münzeinwurf ).

Auf dem Netzteil ( hinten links im Gerät, wenn man beide Fronttüren geöffnet hat ) befindet sich normalerweise ein Zählwerk, welches bei jedem Tastendruck hochzählt. Wird hier hochgezählt, wenn man eine Taste drückt oder hört man in der Box gar kein Geräusch, wenn gewählt wird ?

Grüße Axel
Re: Wurlitzer 1100 - kleinere Probleme
06.06.19 21:22
Hallo Axel,

vielen Dank für die schnelle Antwort. Die 1100 hat einen Kurzschlußstecker, weil das Teil (Kreditwerk?) für die Münzen fehlt. Hat mich immer schon gestört, aber es war damals nicht dranzukommen. Ein Zählwerk ist vorhanden, welches nach Tastendruck aber nicht hochzählt. Ich habe nie drauf geachtet, ob das überhaupt jemals mal der Fall war. Das leise Surren ist vorhanden, solange man die Taste gedrückt hält. Danach passiert aber leider nichts mehr.

Viele Grüße,
Uwe
Re: Wurlitzer 1100 - kleinere Probleme
08.06.19 07:41
Hallo Uwe

Wenn Du beide Fronttüren Deiner 1100 öffnest ( Außentür + Lautsprechertür ), dann kannst Du links in Deiner Jukebox einen größeren silbernen Kasten an der Seitenwand hängen sehen. Auf der Seite, die Dich anschaut, sitzt oben besagtes Zählwerk und ein Stück tiefer eine kleine Sicherungskappe ( "Fuse" ) und eine größere Sicherung nochmal darunter.
Schraub mal die kleine Sicherungskappe ab und prüfe die Glassicherung.
Wenn diese durchgebrannt sein sollte, kann keine Wahl mehr getätigt werden.
Wenn Du sie ersetzen musst, dann unbedingt durch einen korrekten Wert und nicht irgendeine Glassicherung ( auch nicht aus Bequemlichkeit, weil gerade keine andere zur Hand ist !!! ). Der Wert sollte ca. o,5 A haben, nicht mehr ( original werden 4/10 A bzw. 3/8 A angegeben ).

Grüße aus Bayern
Axel
Re: Wurlitzer 1100 - kleinere Probleme
08.06.19 12:17
Hallo Axel,

die Sicherung ist in Ordnung. Ich habe sie neben der optischen Prüfung auch mit einem Messgerät geprüft. Schade. Hast Du eine Idee, woran es noch liegen könnte?

Viele Grüße,
Uwe
Re: Wurlitzer 1100 - kleinere Probleme
08.06.19 14:23
Servus Uwe,

Wenn ein Pin am Selector beim Wählen gesetzt wird, dann wird der Mikroschalter auf dem Selector (hinter der gelblich transparenten Abdeckung) durch die wobble plate betätigt, der dann den Motor (und Verstärker) einschaltet. Es könnte sein, dass dieser Mikroschalter defekt ist oder justiert werden müsste. Verlasse Dich hier bitte nicht (nur) auf‘s Klicken, sondern prüfe das Schalten mit einem Ohmmeter.
Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass beim Wählen auch ein Pin gesetzt wird ...

Viele Grüße,
JukeboxChrisi tongue sticking out smiley

[www.juke-para.de]
Re: Wurlitzer 1100 - kleinere Probleme
08.06.19 14:44
Hallo JukeboxChrisi,

vielen Dank für Deine Ausführungen, die für mich leider ein großes Problem darstellen. Falls solch ein Mikroschalter defekt ist (wie stelle ich das fest?), stellt sich die Frage, wie ich an solch einen Mikroschalter herankomme und vor allem, wie man ihn tauscht. "Prüfung mit einem Ohmmeter" ist ein weiteres Problem. Ich habe zwar eins, kann damit aber leider nicht in vollem Umfang umgehen. Und wo sehe ich, ob ein "Pin" gesetzt wurde? Für einen Fachmann sicher alles kein Problem, für den Laien aber schon sad smiley

Viele Grüße,
Uwe
Re: Wurlitzer 1100 - kleinere Probleme
08.06.19 15:32
Hallo Uwe

Ob dieser Microschalter funktioniert, kannst Du ganz einfach feststellen, indem Du die transparente ( oft gelbliche ) Abdeckung demontierst und den "Pin", der mittig aus dem Selector kommt, für etwa 10 sek mit der Hand drückst.
Normalerweise sollte der Hauptmotor dann loslaufen und eine Platte spielen.
Das könntest Du mal testen .....

Ein weiterer Test :
Von Hauptmotor ( schwarzer "Knödel" links unter dem Mechanikboard ) geht eine Kardankupplung ( mit zwei Lederscheiben ) nach rechts in die Mechanik.
Kannst Du diese Kardankupplung leicht und ohne Widerstand mit der Hand drehen ?

Vielleicht diesen zweiten Test vor dem ersten probieren ....


Servus Axel
Re: Wurlitzer 1100 - kleinere Probleme
08.06.19 16:03
Hallo Axel,

Du bist der Größte!!! Vielen Dank. Du hast heute einen Menschen glücklich gemacht! Ich bin genau nach Deiner Beschreibung vorgegangen. Die Kardankupplung ließ sich leicht und ohne Widerstand mit der Hand drehen. Dann die leicht gelbliche Abdeckung abgeschraubt und etwas an dem Pin gewackelt. Nach dem Einschalten hat die Box dann erstmal alle Platten abgespielt, die ich seit dem Defekt gewählt hatte. Und nun noch eine Superzugabe: Seit fast 20 Jahren stört mich, dass die Platten "leiern", was natürlich bei Schnulzen besonders störend war. Nun läuft sie absolut gleichmäßig und hat einen super Klang (der Klang war schon vorher gut, wurde aber durch das Leiern getrübt). Lag das vielleicht daran, dass ich die Kardankupplung leicht hin- und herbewegt habe? Hoffentlich bleibt jetzt alles so. Nochmals vielen, vielen Dank für Deine Hilfe!

Viele Grüße,
Uwe
Re: Wurlitzer 1100 - kleinere Probleme
08.06.19 16:45
Hallo Uwe

Ich vermute mal, dass der Microschalter mit seinem Betätigungspin zu "knapp" eingestellt oder etwas schwergängig ist und deshalb trotz der getätigten Wahlen nicht ganz zuverlässig betätigt wird und somit der Hauptmotor anscheinend sporadisch nicht gestartet wird.
Ich denke also, dass dieser "Fehler" wieder mal auftreten könnte.....

Dass das Leiern bei langsamen Liedern jetzt anscheinend verschwunden ist, hat nichts mit den durchgeführten Maßnahmen zu tun. Das würde ich als Zufall einstufen.

Aber ganz wichtig : ölst Du Deine 1100 auch manchmal ( bitte nicht mit Ballistol smiling smiley )?
- Plattentellerwelle, wenn der Plattenteller oben in Spielstellung ist ( ein paar Tropfen ab und zu genügen ... )
- wenn der Plattenteller oben ist, sieht man unterhalb in der Mechanikboardvertiefung zwei trichterförmige Löcher ..... diese
wollen hin und wieder Öl sehen
- von hinten ist die Stange unterhalb des Plattenmagazins ( in der optischen Fortsetzung des Drehpunktes der
Plattenringe ), auf der ein gleitender Metallblock beim Suchvorgang rauf und runter läuft ab und zu zu ölen ...
- von hinten sieht man eine sternförmiges Rad, welches auf einer herzförmigen Nockenscheibe sitzt.
In dieser herzförmigen Nockenscheibe ist eine Bohrung neben der "OIL" steht ...... besagtes sollt man auch hier spendieren
- evtl. auch e i n e n Tropfen Öl auf die Stelle, an der der Pin des Microschalters in seiner Führungshülse verschwindet !

Die Mechanik sollte nicht "trocken" laufen !
Seinem Oldtimer würde das auch keiner antun .......

Servus und weiterhin viel Spaß mit Deiner 1100
Axel
Re: Wurlitzer 1100 - kleinere Probleme
08.06.19 17:44
Hallo Axel,

hoffentlich tritt der "Fehler" nicht wieder auf. Falls doch, könnte ich versuchen, etwas an den Stellschrauben zu drehen. Aber dass die falsch eingestellt sind, ist nach fast 20 Jahren Zuverlässigkeit unwahrscheinlich. Dann schon eher Schwergängigkeit. Sollte das Problem also wieder auftauchen, werde ich versuchen (wie von Dir vorgeschlagen), es mit einem Tropfen Öl zu beheben.

Dass man kein Leiern mehr hört, halte ich auch für Zufall, was nicht heißen muss, dass es wiederkommt. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Der Restaurator führte das damals auf die Welle zurück, die wegen der unterschiedlichen Hertzzahl zwischen den USA und Deutschland eingebaut werden musste. Er sagte, dass es da keine präzisen Wellen gibt, was sich nach so langer Zeit geändert haben sollte. Mir bringt das wenig, denn ich könnte die Wellen nicht tauschen. Er hat damals erfolglos versucht, das Problem mit Öl zu beheben. Übrigens harzfreies Uhrenöl, womit auch alles andere geölt werden sollte.

Was die gesamte übrige Mechanik angeht, hat mir vor vielen Jahren mal jemand gesagt, es sei Unsinn, dafür das teure Uhrenöl zu verwenden. Er würde dafür normales Motoröl für Autos (20W50 oder sowas) verwenden, was ich dann auch gemacht habe. Geschadet hat es seitdem nicht. Vielleicht stimmst Du dem jetzt zu, vielleicht schlägst Du aber auch die Hände über dem Kopf zusammen. Ändern kann man es jetzt nicht mehr. Ich habe den Rat damals angenommen, weil ich eben nichts davon verstehe.

Nochmals vielen Dank für Deine Unterstützung.

Viele Grüße,
Uwe
Re: Wurlitzer 1100 - kleinere Probleme
08.06.19 19:09
Hallo Uwe

Um dem "Fehler" vorzubeugen, wäre der Tropfen Öl vielleicht hilfreich.
Ich öle meine Wurlitzermaschinen alle mit 15W40, was auch meine alten Motorräder und mein vierrädriger Oldtimer bekommen.
Geschadet hat das nicht, denn meine Jukeboxen laufen zuverlässig.

Viel Spaß weiterhin und Grüße aus Bayern
Axel
Re: Wurlitzer 1100 - kleinere Probleme
08.06.19 19:24
Hallo Axel,

es freut mich, dass sich die Fachleute hier einig sind. Ich werde nun auch Deinem Vorschlag entsprechend Öl auf die Stelle, an der der Pin des Microschalters in seiner Führungshülse verschwindet, laufen lassen.

Viele Grüße aus NRW,
Uwe
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